Fondsgebundene Lebensversicherung

Artikel bei Lebensversicherung

15-04-2005
Diese Art der Lebensversicherung ist im Grunde eine Fondsanlage in Verbindung mit einer Lebensversicherung. Sie hat in der Vergangenheit bessere Renditen erreicht als die normale Kapital-Lebensversicherung. Das liegt vor allem daran, dass bei dieser Versicherungsart klare Vermögensverhältnisse herrschen. Während bei der normalen Kapitalversicherung Versicherten- und Unternehmensgelder vom Beitrag bis hin in die Bilanzen nicht getrennt sind, den Gesellschaften also viele Manipulationsmöglichkeiten offen stehen, müssen bei der fondsgebundenen Versicherung die in den Beiträgen enthaltenen Sparanteile als (Fonds-)Sondervermögen verwaltet und bilanziert werden - abgetrennt vom Unternehmenskapital und damit jeglicher Manipulation entzogen. Alle Erträge aus den Fondsanlagen kommen den Kunden zugute und können nicht - wie bei der Kapital-Lebensversicherung - heimlich zum Ausgleich von Kostenüberschreitungen und als Unternehmensgewinne missbraucht werden. Dennoch berechnen die Versicherungen hohe Kosten.

Nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest drücken die Abschluss- und Verwaltungskosten der fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherungen die Fondsrendite um 1,5 bis 2,5 Prozentpunkte. Das heißt: Wenn der Fonds eine Rendite von 10 Prozent ergeben hat, erhält der Versicherte davon nur 60 bis 80 Prozent. Wenn der Versicherte sein Geld direkt im Fonds anlegt, hätte er – je nach Laufzeit – im Vergleich zur Fondspolice ein doppeltes oder sogar dreifaches Anlageergebnis.

Einige Anbieter sind allerdings dazu übergegangen, die Provisionen ihrer Vertreter auf mehrere Jahre zu verteilen. Solche Gesellschaften werden sicher auch bereitwillig Beispielrechnungen erstellen über die Rückzahlungen bei vorzeitiger Vertragskündigung. Auch sollten die Beispielrechnungen die Gesamtkosten des Vertrages ausweisen (Kosten der Lebensversicherung und die Fondskosten). Sie sollten sich nicht davon abschrecken lassen, wenn Anbieter behaupten, dies sei nicht machbar oder nicht praxisrelevant. Solche Beispielrechnungen sollte jeder Interessent vor der Unterschrift unter einen Antrag verlangen und durch einen Vergleich auch überprüfen, ob es nicht günstiger ist, sein Geld direkt in den genannten Fonds anzulegen - denn: Je höher die Kosten, desto geringer die Renditechancen. Er wird also in der Regel feststellen, dass die direkte Anlage seines Geldes in Fonds wesentlich rentabler ist, weil dann keine Abschlussprovisionen abgezweigt und auch keine Beiträge für einen Versicherungsschutz gezahlt werden, den man über Kapital bildende und fondsgebundene Versicherungen nicht herstellen sollte.

Ein weiterer Nachteil der fondsgebundenen Lebensversicherung sind nämlich – wie bei der Kapitallebensversicherung – die viel zu hohen Beiträge, mit denen man einen sinnvollen Versicherungsschutz überhaupt nicht erreichen und auch in finanziellen Notlagen nicht aufrechterhalten kann.





Wie wichtig ist fondsgebundenen Lebensversicherung?

Bei einer fondsgebundenen Lebensversicherung/Rentenversicherung fallen jedoch ebenso wie bei einer Kapitallebensversicherung/privaten Rentenversicherung relativ hohe Abschluss-, Verwaltungs- und – bei fondsgebundenen Lebensversicherungen - Kosten für den Todesfallschutz an. Nur der verbleibende (Spar)Anteil des zu zahlenden Beitrages gelangt in den/die Fonds. Die Alternative lautete daher auch hier:

Trennen Sie Versicherung und Geldanlage!

Schließen Sie zur Versorgung von Hinterbliebenen eine Risiko- Lebensversicherung ab und legen Sie Ihr Geld selbst bei einem Fonds an, der sich über Jahre gut entwickelt hat.


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Wie hoch?

Die fondsgebundene Lebensversicherung könnte man als Geldanlage für Bequeme bezeichnen, die einen hohen Steuersatz und anderweitig keine Steuereinsparmöglichkeiten mehr haben. Sie sollten zumindest darauf achten, dass Ihr Geld nicht in Rentenfonds angelegt wird (wenig Ertrag ist voll zu versteuern), sondern in Aktienfonds oder dass sie in solche wechseln können. Denen, die sich mehr und selbst um ihr Geld kümmern wollen, kann man auch hier nur empfehlen:
  • Trennen Sie Versicherung und Geldanlage!
  • Schließen Sie zur Versorgung von Hinterbliebenen eine Risiko-Lebensversicherung ab und legen Sie Ihr Geld selbst bei einem Fonds an, der sich über Jahre gut entwickelt hat.
  • Informieren Sie sich bei einer neutralen Geldanlage-Beratung, etwa bei den Verbraucherzentralen, nach für Sie geeigneten Anlageformen

Versicherungsfall Der Tod des Versicherten ist der Gesellschaft unverzüglich anzuzeigen. Dem Versicherer sind der Versicherungsschein, eine amtliche, das Alter und den Geburtsort der verstorbenen Person enthaltene Sterbeurkunde sowie ein ausführliches ärztliches oder amtliches Zeugnis über die Todesursache sowie über Beginn und Verlauf der Krankheit, die zum Tode des Versicherten geführt hat, einzureichen. Verjährung:

Der Anspruch auf Leistung aus dem Lebensversicherungsvertrag verjährt in fünf Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Schluss des Jahres, in welchem die Leistung verlangt werden kann.

Der Versicherungsnehmer muss allerdings den Anspruch auf die Leistung innerhalb von sechs Monaten gerichtlich geltend machen. Ansonsten ist der Versicherer von der Verpflichtung zur Leistung frei. Die Frist beginnt erst, wenn der Versicherer dem Versicherungsnehmer gegenüber den Anspruch auf die Versicherungsleistung schriftlich abgelehnt hat. Der Versicherer muss den Versicherungsnehmer außerdem über die Rechtsfolge, welche mit dem Ablauf der Frist verbunden ist, informieren.

Gesundheitsfragen

Die Gesundheitsfragen müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Sie sollten bei mehreren Gesellschaften GLEICHZEITIG Probeanträge stellen. Ein Probeantrag bindet den Antragsteller nicht, wohl aber die Gesellschaft, wenn sie aufgrund des Probeantrages ein verbindliches Angebot auf Annahme der Versicherung macht. Aus einem Antragsformular machen Sie ganz einfach einen Probeantrag, indem Sie vor das eingedruckte Wort "Antrag" das Wort "Probe-" setzen. Ein Probeantrag hat deshalb Bedeutung, weil in Anträgen zu Personenversicherungen am Ende fast immer gefragt wird, ob bereits Anträge anderweitig gestellt und abgelehnt wurden. Wer diese Fragen bejahen muss, hat bei allen weiteren Anträgen von vornherein "schlechte Karten". Man kann aber nicht gleichzeitig bei mehreren Gesellschaften mehrere Anträge stellen, sonst werden alle angenommen, und man hat plötzlich viele Versicherungen auf einmal. Deshalb also GLEICHZEITIG mehrere (unverbindliche) Probeanträge! Dann prüfen mehrere Gesellschaften auf einmal die Gesundheitsverhältnisse als Voraussetzung für eine Annahme - unbeeinflusst von evtl. Ablehnungen anderer.

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KÜNDIGUNG

Falls Sie die fondsgebundene Lebensversicherung nicht ausschließlich als Mittel für das Ansparen eines Geldbetrages für den Erlebensfall abgeschlossen hatten, sondern es Ihnen auch um eine Absicherung von Hinterbliebenen im Todesfall ging und Sie einen solchen Hinterbliebenenschutz noch benötigen, sollte sie sich bitte vor einem Widerspruch, einer Kündigung, Beitragsfreistellung oder Laufzeitverkürzung zum Beispiel durch den Abschluss einer Risikolebensversicherung absichern. Der Abschluss einer Risikolebensversicherung ist mit einer Gesundheitsprüfung verbunden, nicht jeder ist daher in der Lage, einen alternativen Versicherungsschutz zu finden!

Wer sich von einer fondsgebundenen Lebensversicherung vorzeitig lösen möchte, hat die folgenden Möglichkeiten:

1.) Widerspruchsrecht gemäß § 5a VVG

Innerhalb von 30 Tagen ab Erhalt der Versicherungspolice (und natürlich auch vorher) kann man dem Vertragsschluss in der Regel problemlos widersprechen.

2.) Kündigung

Wie teilweise immens hoch die Abschlusskosten bei fondsgebundenen Lebensversicherungen sind, zeigt sich insbesondere im Fall der Vertragskündigung. Oft besteht nach einer Kündigung in den ersten 1-2 Jahren noch gar kein Rückkaufswert, da die gesamten eingezahlten Beiträge vom Versicherer als Abschlusskosten /Vermittlerprovision vereinnahmt wurden. In solchen Fällen halten wir neben der Kündigung zum nächstmöglichen Zeitpunkt die sofortige Einstellung der Prämienzahlung und die Zurückholung der während der letzten 6 Wochen per Einzugsermächtigung gezahlten Beiträge über das jeweilige Kreditinstitut für sinnvoll. Die nach Auffassung des Versicherers geschuldeten Beiträge werden auf Grund einer Empfehlung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BAFin) in aller Regel nicht eingeklagt. Wenn bereits ein Rückkaufswert besteht, nützt die sofortige Zahlungseinstellung und Zurückholung gezahlter Beiträge meist wenig, weil dies nur zur Auszahlung eines entsprechend gekürzten Rückkaufswertes führen würde.

Kündigungsfrist

Bei monatlicher Zahlungsweise sind Lebensversicherungen, falls sie bereits ein Jahr bestehen, in der Regel zum Ende des jeweiligen Folgemonats und zum Ende des Versicherungsjahres kündbar. Bei jährlicher Zahlungsweise kann eine Kündigung normalerweise jederzeit zum Ende des Versicherungsjahres erfolgen.

Abschlusskosten zurückverlangen

Der Bundesgerichtshof (BGH) stellte in zwei Urteilen vom 09.05.2001 (IV ZR 121/00 = VersR 2001, 1052 und IV ZR 138/99 = VersR 2001, 839) fest, dass die Klausel über die Verrechnung der Abschlusskosten in den damals verwendeten Vertragsbedingungen der beklagten Versicherer (Allianz und Nürnberger) intransparent und damit unwirksam ist. Unseres Erachtens können Verbraucher, die nach dem Jahr 1994 Kapitallebens- oder private Rentenversicherungen (auch fondsgebunde) abgeschlossen und zwischenzeitlich wieder gekündigt haben, aufgrund dieser Rechtsprechung die vom Versicherer einbehaltenen Abschlusskosten zurückverlangen. Vielfach haben Verbraucher schon hohe Nachzahlungen erhalten. Fordern Sie das "Merkblatt zur Kündigung von Kapitallebens- und Rentenversicherungen” beim BdV an!

Rein aus dem Aspekt der Geldanlage heraus, halten wir es für sinnvoll, wenn Sie keine weiteren Beiträge in Ihre fondsgebundene Lebensversicherung einzahlen. Uns erscheint die direkte Geldanlage (z. B. eines bestimmten monatlichen Betrages) in einen guten Fonds und - falls ein Todesfallschutz für Hinterbliebene gewünscht wird - der separate Abschluss einer Risikolebensversicherung grundsätzlich als ratsamer als der Abschluss einer fondsgebundenen Lebensversicherung.

Ob die beitragsfreie Fortführung des Vertrages für Sie günstiger ist als die nächstmögliche Kündigung, können wir jedoch nicht beurteilen. Die Entscheidung hierüber ist letztendlich ein Glücksspiel, da man die Entwicklung des Fonds, in den der Sparanteil Ihrer Beiträge eingezahlt wurde, nicht voraussagen kann.


 

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