Risikolebensversicherung

Artikel bei Lebensversicherung

15-04-2005
Über die Risikolebensversicherung erfolgt im Todesfall der versicherten Person eine Kapitalzahlung. Somit ist diese Versicherung sehr wichtig für alle, die Hinterbliebene (Mann, Frau, Kinder, Eltern) zu versorgen haben.

Für die Absicherung von Krediten (z. B. bei Hausfinanzierungen) bietet sich eine Restschuldversicherung an. Dies ist eine Risikolebensversicherung, deren Versicherungssumme entsprechend der Tilgung (also entsprechend der Restschuld) abnimmt. Aufgrund dessen ist sie noch günstiger als eine Risikolebensversicherung mit fester Versicherungssumme.

Ehepaare können eine Risikolebensversicherung auf zwei Leben abschließen, bei der die Versicherungssumme nur einmal (bei Tod des Erstversterbenden) fällig wird. Diese Versicherung ist billiger als zwei selbständige Verträge.

Bei Abschluss eines solchen Vertrages sollten eheähnlichen Lebensgemeinschaften aber folgendes beachten: Aufgrund der geringen Freibeträge im Erbschaftsfall, können sich hier Nachteile ergeben. Evtl. mag es daher sinnvoller sein, zwei getrennte Verträge abzuschließen, denn um die Erbschaftssteuer zu umgehen, müssen der Versicherungsnehmer und der Bezugsberechtigte im Todesfall die Gleichen sein. Dies lässt sich beim Abschluss eines Vertrages auf zwei Leben schlecht festlegen, weil man ja nicht weiß, welche Person zu erst verstirbt.


Wie wichtig ist Risikolebensversicherung?

Insbesondere bei Familien mit kleinen Kindern sollte auf das Leben des Ernährers eine Risikolebensversicherung zur Hinterbliebenenvorsorge abgeschlossen werden. Zur Absicherung von Krediten empfiehlt sich der Abschluss einer Restschuldversicherung.


Wie hoch?

Bei den Überlegungen zur Höhe der Versicherungssumme ist die eigene finanzielle und familiäre Situation zu berücksichtigen – es gibt keine pauschale Regelung. Die in diesem Merkblatt enthaltene Ermittlungstabelle zur Ermittlung der Versorgungslücke im Falle des Todes kann Ihnen hier sicherlich etwas weiterhelfen.
Zu berücksichtigen ist auch die Inflation. Deshalb sollten von Anfang an hohe Summen versichert werden, deren Wert durch die Inflation ohnehin immer geringer wird (wie meistens auch die Versorgungssituation sich durch steigende Renten- und Versorgungsansprüche und zunehmendes Vermögen entspannt) und eine Erhöhung zu einem späteren Zeitpunkt nur aufgrund einer erneuten Gesundheitsprüfung möglich ist.
Auch bei der Festlegung der Laufzeit einer Risikolebensversicherung ist die Versorgungssituation ausschlagge-bend (vor allem das Alter von Kindern). Oft hat sich die Versorgungslage im Alter des/der Ernährer/s um die 50 bis 55 Jahre "entspannt", weil dann die Kinder meistens selbst Geld verdienen und aus dem Haus gehen. Wer meint, nur in den nächsten Jahren eine besonders hohe Hinterbliebenenvorsorge zu benötigen und danach nicht mehr, der kann auch eine günstigere Risikolebensversicherung mit fallender Summe abschließen.
Alternativ besteht auch die Möglichkeit, dass man die Versicherungssumme senkt oder den Vertrag kündigt, wenn er nicht mehr gebraucht wird.
Gesundheitsfragen

Die Gesundheitsfragen müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Sie sollten bei mehreren Gesellschaften GLEICHZEITIG Probeanträge stellen. Ein Probeantrag bindet den Antragsteller nicht, wohl aber die Gesellschaft, wenn sie aufgrund des Probeantrages ein verbindliches Angebot auf Annahme der Versicherung macht. Aus einem Antragsformular machen Sie ganz einfach einen Probeantrag, indem Sie vor das eingedruckte Wort "Antrag" das Wort "Probe-" setzen. Ein Probeantrag hat deshalb Bedeutung, weil in Anträgen zu Personenversicherungen am Ende fast immer gefragt wird, ob bereits Anträge anderweitig gestellt und abgelehnt wurden. Wer diese Fragen bejahen muss, hat bei allen weiteren Anträgen von vornherein "schlechte Karten". Man kann aber nicht gleichzeitig bei mehreren Gesellschaften mehrere Anträge stellen, sonst werden alle angenommen, und man hat plötzlich viele Versicherungen auf einmal. Deshalb also GLEICHZEITIG mehrere (unverbindliche) Probeanträge! Dann prüfen mehrere Gesellschaften auf einmal die Gesundheitsverhältnisse als Voraussetzung für eine Annahme - unbeeinflusst von evtl. Ablehnungen anderer.

Versicherungsfall

Melden Sie den Tod der versicherten Person unverzüglich telefonisch, per Fax, per E-Mail oder schriftlich dem Versicherer.

Dem Versicherer sind folgende Unterlagen einzureichen:

  • Versicherungsschein
  • amtliche Sterbeurkunde (Original oder beglaubigte Kopie über Alter und Geburtsort)
  • ausführliches ärztliches oder amtliches Zeugnis (über die Todesursache, Beginn und Verlauf der Krankheit, die zum Tode des Versicherten geführt hat)
Verjährung:

Der Anspruch auf Leistung aus dem Lebensversicherungsvertrag verjährt in fünf Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Schluss des Jahres, in welchem die Leistung verlangt werden kann.

Der Versicherungsnehmer muss allerdings den Anspruch auf die Leistung innerhalb von sechs Monaten gerichtlich geltend machen. Ansonsten ist der Versicherer von der Verpflichtung zur Leistung frei. Die Frist beginnt erst, wenn der Versicherer dem Versicherungsnehmer gegenüber den Anspruch auf die Versicherungsleistung schriftlich abgelehnt hat. Der Versicherer muss den Versicherungsnehmer außerdem über die Rechtsfolge, welche mit dem Ablauf der Frist verbunden ist, informieren.



KÜNDIGUNG

Eine Risikolebensversicherung ist unter Einhaltung einer Frist von einem Monat zum Ablauf des Versicherungsjahres sowie zum Ratenzahlungszeitpunkt kündbar. Die Kündigung sollte per Einschreiben mit Rückschein an die Gesellschaft gerichtet werden.

Stellen Sie jedoch vor einer Kündigung sicher, dass Sie bei einer anderen Gesellschaft Versicherungsschutz in gleichem Umfang erhalten können. Eventuelle Vorerkrankungen könnten den Neuabschluss verhindern.

 

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