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Artikel bei Krankenversicherung

15-04-2005
Personen, die (als Arbeitnehmer) versicherungspflichtig werden, oder Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, die mit ihrer bisherigen Kasse unzufrieden sind, können zwischen einer großen Anzahl von Krankenkassen wählen. Das gilt für die Versicherten der AOK, der Betriebs-, Innungs- und Ersatzkassen. Die Kassen haben alle ein gesetzlich festgelegtes Leistungspaket, unterscheiden sich aber im Beitragssatz, im Service (z. B. Nähe einer Geschäftsstelle, Erstattung bei Naturheilverfahren sowie Heil- und Hilfsmitteln), einigen speziellen Satzungsleistungen und in der Anzahl der versicherten Mitglieder. Etwa 95 Prozent aller Leistungen sind bei den Kassen jedoch gleich. Deshalb sollten Sie eine Kasse mit niedrigem Beitragssatz wählen. Wenn Sie jedoch besondere Anforderungen an Ihre Kasse haben, gehen Sie anders vor. Suchen Sie Krankenkassen, die auf Ihrem gewünschten Gebiet sehr engagiert sind, etwa Schulungen für chronisch Kranke bieten, neue Behandlungsformen erproben oder die Erstattung von Naturheilverfahren übernehmen (z.B.: HEK, GEK Gmünder Ersatzkasse, SECURVITA BKK, BKK Phoenix, BIG Gesundheit, AOK Schleswig-Holstein, AOK Hessen, AOK Berlin, AOK Bayern, AOK Baden-Württemberg).

Wie wichtig ist Krankenversicherung?

Krankenversicherungsschutz ist unverzichtbar. Deshalb besteht auch für alle Arbeiter und Angestellte, deren Einkommen nicht über einer bestimmten Grenze liegt Versicherungspflicht. Wer mehr verdient, selbstständig oder Beamter ist, kann freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben oder kann sich privat versichern. Aber Achtung: Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur in wenigen Ausnahmefällen möglich. Weil die Prämien in der gesetzlichen Krankenversicherung an das jeweilige Einkommen gekoppelt sind, ist ein Verbleib in der gesetzlichen Krankenkasse meist die bessere Wahl.

Eine Krankentagegeldversicherung ist, insbesondere für Arbeitnehmer mit höherem Einkommen oder Selbständige/Freiberufler unverzichtbar. Insbesondere gilt dies aber auch für alle anderen Arbeitnehmer, wenn keine oder nur geringe Geldreserven vorhanden sind und ein krankheits- oder unfallbedingter Einkommensausfall nicht über längere Zeit verkraftet werden kann.

Die Krankenzusatzversicherung ist in gewisser Weise eine Luxusversicherung. Sie bedeutet nur ein Mehr an Komfort im Krankheitsfall. Wir halten die angebotenen Zusatzversicherungen nicht für erfor-derlich, weil sie kein "Katastrophenrisiko" absichern - außer der Auslandsreisekrankenversicherung.


Wie hoch?

Bei Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist größte Vorsicht vor Versicherungsvermittlern geboten. Es werden zwischen 5 bis 8 Monatsbeiträge an Provisionen gezahlt. Da nimmt es mancher Vermittler mit der Wahrheit oder der "Beratung" nicht so genau. Sie müssen alle Vorerkrankungen genau angeben. Sie sollten niemals zur PKV überwechseln, ohne sich neutral beraten zu lassen, z. B. durch den Bund der Versicherten oder eine Verbraucherzentrale oder ohne sich ausführlich durch Broschüren oder Bücher informiert zu haben. Die Entscheidung ist eine Entscheidung fürs ganze Leben! Und sie lässt sich nicht rechnen. Keiner kann Ihnen per Computerprogramm sagen, ob der Verbleib in der Kasse oder ein Wechsel in die PKV besser ist, und welches private Unternehmen auf Dauer das Beste ist. Das könnte ein Computer erst am Ende Ihres Lebens errechnen.

Wenn Sie bereits privat krankenversichert sind sollten Sie Ihre private Krankenversicherung auf Beitragseinsparungen untersuchen, evtl. bei der Krankenhausbehandlung von der ersten Klasse auf die zweite Klasse umstellen, Zahnbehandlungen und Zahnersatz ausschließen oder höhere Selbstbeteiligungen vereinbaren. Außerdem sollten Sie prüfen, ob ein Wechsel in einen jüngeren Tarif möglich ist und sich Gegenangebote von anderen Versicherungsunternehmen einholen (wenn man für einen Wechsel noch gesund und nicht schon zu alt ist).

Eine stationäre oder ambulante Zusatzversicherung sollte erst abgeschlossen werden, wenn alle anderen - wichtigeren - Versicherungen in ausreichender Höhe bestehen.

Die Auslandsreisekrankenversicherung ist immer empfehlenswert. Kann ein Kranker oder Verletzter am Urlaubsort nicht ausreichend versorgt werden, zahlt die private Versicherung auch einen medizinisch notwendigen Rücktransport (gegebenenfalls mit Flugzeug). Ein Rücktransport wird von einer Krankenkasse grundsätzlich nicht gezahlt. Außerdem übernimmt eine gesetzliche Krankenkasse auch in den Staaten, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, nur die Leistungen, die in dem Reiseland üblich sind. Auch für diejenigen, die in einer privaten Krankenversicherung versichert sind oder über die staatliche Beihilfe Krankenkosten erstattet bekommen, ist der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung meist sinnvoll, da die private Krankenversicherung und auch die staatliche Beihilfe nur bedingt die im Ausland anfallenden Kosten übernehmen.


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