Tagegeld

Artikel bei Krankenversicherung

15-04-2005
Wer auf sein laufendes Einkommen angewiesen ist (z. B. auch zur Tilgung laufender Kredite), braucht für eine Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit oder Unfall Versicherungsschutz. Wenn die Arbeitsunfähigkeit bei Arbeitnehmern über die Zeit einer Lohnfortzahlung hinausgeht und das Krankengeld der Krankenkasse deutlich niedriger ist als das bisherige Nettoeinkommen, benötigen insbesondere Arbeitnehmer mit höherem Einkommen oder Selbständige bzw. Freiberufler ein Krankentagegeld. Grundsätzlich gilt dies aber auch für alle anderen Arbeitnehmer, wenn keine oder nur geringe Geldreserven vorhanden sind und ein krankheits- oder unfallbedingter Einkommensausfall nicht über längere Zeit verkraftet werden kann.

Selbständige und Freiberufler haben zwei Möglichkeiten, die Einkommenslücke zu schließen: Sie können zusätzlich zum Krankengeld der gesetzlichen Krankenversicherung eine private Tagegeld-versicherung über den nicht gedeckten Tagessatz abschließen. Sie können sich aber auch bei der Krankenkasse ohne Krankengeldanspruch versichern und eine private Versicherung für das volle Krankentagegeld abschließen (was oft günstiger ist).

Für Selbständige und Freiberufler ist es sinnvoll, eine Tagegeldzahlung nicht gleich vom ersten Krankheitstag an zu vereinbaren. Das ist viel zu teuer. Man sollte überlegen, wie lange man ohne zusätzliche Leistungen finanziell "über die Runden" kommen kann (3, 6 oder mehr Wochen) und erst danach Krankentagegeld vereinbaren. Meistens ist es auch vernünftig, das Tagegeld zu staffeln, z. B. 50 Euro pro Tag ab 4. Woche, weitere 50 Euro ab 7. Woche, weitere 50 Euro ab 13. Woche ...; denn je länger die Karenzzeit, desto niedriger der Beitrag .

Wie wichtig ist Tagegeld?

Eine Krankentagegeldversicherung ist, insbesondere für Arbeitnehmer mit höherem Einkommen oder Selbständige/Freiberufler unverzichtbar. Freiwillig Versicherte haben meist eine große Einkommenslücke bei Krankheit oder Unfall, da sich das Krankengeld nicht nach dem gesamten Gehalt, sondern nur nach der niedrigeren Beitragsbemessungsgrenze bemisst. Alles was brutto über 3.487,50 Euro monatlich verdient wird, bleibt daher bei der Krankengeldhöhe außer Ansatz.

Wie hoch?

Arbeitnehmer, die bei Krankheit 6 Wochen (evtl. auch länger) eine Lohnfortzahlung erhalten, sollten erst ab 7. Woche ein privates Krankentagegeld versichern. Das Krankengeld von der Krankenkasse ist auf einen Höchst-Tagessatz begrenzt. Der Höchstsatz wird entsprechend der Bemessungsgrenze berechnet, und zwar 70 Prozent der Bemessungsgrenze, geteilt durch 360 Tage. Danach ist das höchste Krankengeld in 2004 z. B. 70 Prozent von 41.850 Euro : 360 Tage = 81,38 Euro pro Tag, maximal jedoch 90 % der letzten Nettobezüge. Wer als Angestellter pro Kalendertag 150 Euro verdient und nach dem Ende der Lohnfortzahlung, also nach 6 Wochen Krankheit, nur 81,38 Euro Krankengeld erhält, müsste ab der 7. Woche etwa 70 Euro privates Krankentagegeld zusätzlich versichern.

Freiwillige Kassenmitglieder verdienen aber oft viel mehr. Eine zusätzliche Absicherung des täglichen Einkommensausfalls ist für diesen Personenkreis (auch für gutverdienende Arbeiter) immer notwendig. Arbeitnehmer müssen bei Bezug von Krankengeld den halben Beitrag zur Sozialversicherung zahlen. Deshalb wird das Krankengeld entsprechend den halben Beitragssätzen der Renten-, Arbeitslosen- und Pflegepflichtversicherung gekürzt. Das können täglich bis zu etwa 20 Euro sein, was bei einem Bruttogehalt von 3.487,50 Euro und mehr die Krankengeldauszahlung auf etwa 60 Euro täglich reduzieren kann. Freiwillig Versicherte haben eine noch größere Einkommenslücke: Das Krankengeld bemisst sich nicht nach dem gesamten Gehalt, sondern nur nach der niedrigeren Beitragsbemessungsgrenze. Alles was brutto über 3.487,50 Euro monatlich verdient wird, bleibt daher bei der Krankengeldhöhe außer Ansatz.

Arbeitnehmer, die neben Arbeitsentgelt Provisionen oder andere umsatzabhängige Einnahmen erzielen, sollten prüfen, wie sich ihre Einkünfte bei längerer Krankheit verändern, und entsprechende Tagegeldversicherungen abschließen.

Wichtig: Sie können mehrere private Tagegeldversicherungen abschließen, auch bei verschiedenen Gesellschaften. Sie müssen aber unbedingt alle Gesellschaften über die Abschlüsse informieren, sonst kann die Leistungspflicht entfallen.

KÜNDIGUNG

Eine Kündigung durch den Versicherungsnehmer muss schriftlich erfolgen. Sie sollte immer per Einschreiben direkt an die Versicherungsgesellschaft geschickt werden. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Ende eines Versicherungsjahres.

Ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn der Versicherer die Beiträge erhöht. Dieses muss innerhalb eines Monats nach Mitteilung über die Prämienerhöhung ausgeübt werden. Sie wird dann zu dem Zeitpunkt wirksam, ab dem die Änderung gilt. Wird diese Frist versäumt, können Sie sich auf das außerordentliche Kündigungsrecht nicht mehr berufen.


Quelle: BdV

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