Wechsel Gesetzliche Krankenversicherung

Artikel bei Krankenversicherung

15-04-2005
Personen, die (als Arbeitnehmer) versicherungspflichtig werden, oder Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung, die mit ihrer bisherigen Kasse unzufrieden sind, können zwischen einer großen Anzahl von Krankenkassen wählen. Das gilt für die Versicherten der AOK, der Betriebs-, Innungs- und Ersatzkassen. Die Kassen haben alle gleiche Grundleistungen, unterscheiden sich aber im Beitragssatz, im Service (z. B. Nähe einer Geschäftsstelle, Erstattung bei Naturheilverfahren sowie Heil- und Hilfsmitteln), einigen speziellen Satzungsleistungen und in der Anzahl der versicherten Mitglieder. Einige Betriebskrankenkassen haben sich auch für Betriebsfremde geöffnet (teilweise bundesweit, teilweise nur regional). Die Krankenkassen halten Broschüren mit weiteren Informationen bereit. Wer an einem Wechsel interessiert ist, sollte sich rechtzeitig bei mehreren Kassen informieren. Die Beitragssätze variieren ständig. Die Krankenkassen unterscheiden nicht mehr zwischen den Beitragssätzen für die alten und die neuen Bundesländer.

Wie wichtig ist die Krankenversicherung?

Krankenversicherungsschutz ist unverzichtbar. Deshalb besteht auch für alle Arbeiter und Angestellte, deren Einkommen nicht über einer bestimmten Grenze liegt (derzeit 3.862,50 Euro), Versicherungspflicht. Wer mehr verdient, selbstständig oder Beamter ist, kann freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung bleiben oder kann sich privat versichern. Aber Achtung: Eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur in wenigen Ausnahmefällen möglich.

Wie hoch?

Wer 3.000 Euro verdient und 2 Prozentpunkte beim Beitragssatz einsparen kann, spart effektiv 30 Euro im Monat (weitere 30 Euro spart der Arbeitgeber an seinem Arbeitgeberanteil). Wichtig: Keine gesetzliche Krankenkasse darf den Aufnahmeantrag eines Wechslers aus einer anderen gesetzlichen Kasse ablehnen. Eine Gesundheitsprüfung, wie in der privaten Krankenversicherung, gibt es nicht. Risikozuschläge wegen Vorerkrankungen oder Wartezeiten sind ebenfalls nicht erlaubt.

KÜNDIGUNG

Pflicht- und freiwillig- versicherte Kassenmitgliedern haben die Möglichkeit, mit einer Kündigungsfrist von zwei Monaten zum jeweiligen Monatsende, die Mitgliedschaft in einer Kasse zu kündigen. Keine Wahlmöglichkeit haben allerdings Mitglieder der Bundesknappschaft und der Seekasse. Ver­sicherungspflichtige, die ihren Arbeitgeber wechseln, können grundsätzlich auch die Krankenkasse wechseln, wenn sie bei der bisherigen Krankenkasse die Mindestbindungsfrist von 18 Monaten erfüllt haben. Die Kündigungsfrist beträgt zwei Monate zum Monatsende. Auch freiwillig Versicherte (Selbständige oder Arbeitnehmer mit einem Jahresbruttogehalt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze (2003: 45.900 Euro) sind an die Wahl ihrer Krankenkasse für 18 Monate gebunden. Wichtig: Die Beiträge werden weiterhin höchstens aus der Beitragsbemessungsgrenze (2003: 41.400 Euro jährlich, 3.450 Euro monatlich) berechnet.

Erhöht eine Krankenkasse den Beitragssatz, hat jedes Mitglied ein Sonderkündigungsrecht, unabhängig von der oben genannten Mindestbindungsfrist von 18 Monaten. Dieses sollte innerhalb eines Monats nach Inkrafttreten der Erhöhung ausgeübt werden. Ein Wechsel ist dann zum Ende des übernächsten Monats möglich. Die bisherige Kasse ist verpflichtet, die Kündigung innerhalb von zwei Wochen schriftlich zu bestätigen. Die Kündigungsbestätigung muss der neu gewählten Krankenkasse vorgelegt werden, damit diese eine neue Mitgliedsbescheinigung ausstellen kann. Beispiel: Zum 01.01. erhöht die Krankenkasse den Beitragssatz. Die Kündigung muss bis zum 31.01. erklärt werden (per Einschreiben), damit zum 01.04. eine neue Krankenkasse gewählt werden kann. Der Versicherte kann sein Sonderkündigungsrecht auch noch später ausüben. Dann verschiebt sich der Kündigungstermin aber entsprechend.

Quelle: BdV

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