Krankenzusatz

Artikel bei Krankenversicherung

15-04-2005
Zusätzlich zum Versicherungsschutz über die gesetzliche Krankenkasse kann man eine private stationäre Krankenzusatzversicherung abschließen, die vor allem bei einem Krankenhausaufenthalt die Kosten übernimmt, die von der Krankenkasse nicht bezahlt werden (freie Krankenhauswahl, Ein- bzw. Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung). Es gibt auch sog. ambulante Ergänzungsversicherungen, die Leistungen ersetzen, die die Krankenkassen in den letzten Jahren gekürzt haben (z. B. bei Brillen, Zahnersatz, Massagen usw.) oder von den Krankenkassen nicht abgedeckt werden (z. B. Heilpraktikerbehandlungen). Der Versicherungsschutz beinhaltet häufig auch eine Auslandsreise-krankenversicherung.

Wie wichtig ist die Krankenzusatzversicherung?

Die Krankenzusatzversicherung bedeutet nur ein Mehr an Komfort im Krankheitsfall. Wer den "Luxus" in Anspruch nehmen möchte, ist mit der Kombination aus gesetzlicher Krankenversicherung und privater Krankenzusatzversicherung meist besser beraten, als grundsätzlich in die private Krankenvollversicherung zu wechseln.

Wie hoch?

Eine stationäre Zusatzversicherung sollte erst abgeschlossen werden, wenn alle anderen - wichtigeren - Versicherungen in ausreichender Höhe bestehen (insbesondere Haftpflicht-, Risikolebens-, Berufsunfähigkeits- und Unfallversicherungen). Nur im Einzelfall kann damit auch eine bessere medizinische Betreuung verbunden sein. Bei der Grundversorgung der gesetzlichen Krankenkasse wird der Patient in der Regel in eine der beiden nächst gelegenen Krankenhäuser eingeliefert, im Mehrbettzimmer untergebracht und vom Dienst habenden Arzt behandelt. Bei "medizinischer Notwendigkeit" übernimmt die Krankenkasse auch höhere Kosten, z. B. die des Chefarztes.

Eine Auslandsreisekrankenversicherung kostet - für ein ganzes Jahr! – weniger als 8 Euro pro Person. Die eingesparten Beiträge - im Vergleich zu einer privaten ambulanten Zusatzversicherung - sollten für die Zuzahlungen bei gekürzten Krankenkassenleistungen zurückgelegt werden. Diese Zuzahlungen sind gesundheitspolitisch gewollt (für ein stärkeres Gesundheitsbewusstsein und eine gesündere Lebensweise) und können nicht zu finanziellen Engpässen führen, da es eine Reihe von Härtefallregelungen gibt.

Versicherungsfall

Nach unseren Erfahrungen versprechen viele stationäre Zusatzversicherungen mehr, als sie später tatsächlich halten. Viele Versicherungsunternehmen "drücken" sich später um ihre Zahlungsverpflichtung mit dem Hinweis, dass eine Behandlung "medizinisch nicht notwendig" gewesen ist, dass die Mehrkosten bestimmter Kliniken (gemischte Anstalten) gerade nicht versichert sind oder dass eine Behandlung auch ambulant möglich gewesen wäre. Auch im ambulanten Bereich versprechen nach unseren Erfahrungen die Versicherer mehr, als sie später tatsächlich halten. Viele Versicherungsunternehmen verweigern auch hier die Zahlungen mit Hinweisen auf das "Kleingedruckte". So gibt es häufig Summenbegrenzungen pro Jahr bei Heilpraktikerbehandlungen und Sehhilfen. Bei Zahnersatz wird höherwertiger Ersatz (z. B. Inlays) nur selten erstattet.

KÜNDIGUNG

Eine Kündigung durch den Versicherungsnehmer muss schriftlich erfolgen. Sie sollte immer per Einschreiben direkt an die Versicherungsgesellschaft geschickt werden. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Ende eines Versicherungsjahres.

Ein Sonderkündigungsrecht besteht, wenn der Versicherer die Beiträge erhöht. Dieses muss innerhalb eines Monats nach Mitteilung über die Prämienerhöhung ausgeübt werden. Sie wird dann zu dem Zeitpunkt wirksam, ab dem die Änderung gilt. Wird diese Frist versäumt, können Sie sich auf das außerordentliche Kündigungsrecht nicht mehr berufen.Quelle: BdV

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