im Alter

Artikel bei Berufsunfähigkeitsversicherung

15-04-2005
Das Risiko, berufsunfähig zu werden, wird von vielen unterschätzt. Etwa jeder dritte Arbeiter und jeder fünfte Angestellte wird vor dem Rentenalter berufs- oder erwerbsunfähig. Ein Verlust der Arbeitskraft durch Berufsunfähigkeit kann jedoch schmerzhafte finanzielle Folgen haben, so dass eine private Absicherung unumgänglich ist.

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, zusätzlich zu Sozialrenten oder anderen Versorgungsbezügen, eine monatliche Rente, wenn der Versicherte durch Krankheit oder Unfall in einem vertraglich festgelegten Umfang (in der Regel ab 50 %) berufsunfähig wird, also seinen Beruf "auf Dauer" nicht mehr ausüben kann.

Wie wichtig ist die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Wenn das Rentenalter bereits erreicht ist, ist eine große finanzielle Lücke, wie es bei einem jungen Menschen durch den Ausfall der Arbeitskraft der Fall wäre, nicht mehr zu befürchten. Deshalb ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung im Rentenalter nicht mehr notwendig.

Wie hoch?

Zur Berechnung der Versorgungslücke müssen u. a. die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung berücksichtigt werden. Diese werden allerdings häufig überschätzt. Seit 2001 hat es hier erhebliche negative Änderungen gegeben. Bitte informieren Sie sich diesbezüglich bei Ihrem Rentenversicherungsträger.

Beitragsvergleich Gesundheitsfragen In den Anträgen zu Personenversicherungen werden fast immer Fragen zur Gesundheit gestellt. Diese müssen unbedingt vom Antragsteller selbst und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Lassen Sie sich niemals von einem Vertreter (der seine Abschlussprovision verdienen möchte) dazu verleiten, irgendwelche Vorerkrankungen nicht anzugeben ("weil sie bedeutungslos seien"). Denn mit Ihrer Unterschrift unter dem Antrag entbinden Sie in der Regel für die Vergangenheit und für die Zukunft alle Ärzte und Institutionen gegenüber der Gesellschaft von der Schweigepflicht. Nur wenn jemand später durch neutrale Zeugen beweisen kann, dass er dem Vertreter bestimmte Vorerkrankungen genannt hat, muss sich das Versicherungsunternehmen dieses Wissen des Vertreters zurechnen lassen (so der Bundesgerichtshof: Der Vertreter sei "Auge und Ohr" seiner Gesellschaft).

Die privaten Versicherungsunternehmen sind grundsätzlich nicht, wie viele glauben, verpflichtet, Angaben im Antrag schon bei der Antragstellung zu überprüfen. Auch eine ärztliche Untersuchung befreit den Antragsteller nicht von der Verpflichtung, alle Antragsfragen wahrheitsgemäß zu beantworten (wie soll ein Arzt z. B. bei einer "Augenblicksuntersuchung" eine Allergie feststellen, die auf jeden Fall als erhebliche Vorerkrankung anzugeben ist). Die Gesellschaften überprüfen die Antworten auf Gesundheitsfragen in der Regel erst, nachdem ein teurer Versicherungsfall eingetreten ist. Dann können sie die Krankengeschichte eines jeden Versicherten theoretisch bis zur Geburt zurückverfolgen und alle verschwiegenen Vorerkrankungen entdecken. Der Versicherte erhält möglicherweise keine Leistungen, kann gekündigt werden und steht fortan ohne jeden Versicherungsschutz da (den er dann meistens anderswo auch nicht erhält).

Probeantrag:

Bei mehreren Gesellschaften sollten GLEICHZEITIG Probeanträge gestellt werden. Ein Probeantrag bindet den Antragsteller nicht, wohl aber die Gesellschaft, wenn sie aufgrund des Probeantrages ein verbindliches Angebot auf Annahme der Versicherung macht. Aus einem Antragsformular machen Sie ganz einfach einen Probeantrag, indem Sie vor das eingedruckte Wort "Antrag" das Wort "Probe-" setzen.

Ein Probeantrag hat deshalb Bedeutung, weil in Anträgen zu Personenversicherungen am Ende fast immer gefragt wird, ob bereits Anträge anderweitig gestellt und abgelehnt wurden. Wer diese Fragen bejahen muss, hat bei allen weiteren Anträgen von vornherein "schlechte Karten". Man kann aber nicht gleichzeitig bei mehreren Gesellschaften mehrere Anträge stellen, sonst werden alle angenommen, und man hat plötzlich viele Versicherungen auf einmal. Deshalb also GLEICHZEITIG mehrere (unverbindliche) Probeanträge! Dann prüfen mehrere Gesellschaften auf einmal die Gesundheits-verhältnisse als Voraussetzung für eine Annahme - unbeeinflusst von evtl. Ablehnungen anderer.


Versicherungsfall



Ist die versicherte Person im Sinne der Bedingungen berufsunfähig, so muss dies ärztlich nachgewiesen und dem Versicherer angezeigt werden. Dem Unternehmen sind unverzüglich folgende Unterlagen einzureichen:

eine Darstellung der Ursache für den Eintritt der Berufsunfähigkeit;

ausführliche Berichte der Ärzte, die den Versicherten gegenwärtig behandeln bzw. behandelt oder untersucht haben, über Ursache, Beginn, Art, Verlauf und voraussichtliche Dauer des Leidens sowie über dessen Auswirkungen auf die Berufsfähigkeit oder Art und Umfang der Pflegebedürftigkeit;

Unterlagen über den Beruf des Versicherten, dessen Stellung und Tätigkeit im Zeitpunkt des Eintritts der Berufsunfähigkeit sowie über die eingetretenen Veränderungen;

bei Berufsunfähigkeit infolge Pflegebedürftigkeit zusätzlich eine Bescheinigung der Person oder der Einrichtung, die mit der Pflege betraut ist, über Art und Umfang der Pflege.

Die Versicherungsgesellschaft kann weitere ärztliche Untersuchungen von deren beauftragten Ärzte sowie notwendige Nachweise verlangen.

Verjährung:

Der Anspruch auf Leistung aus dem Versicherungsvertrag verjährt in fünf Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Schluss des Jahres, in welchem die Leistung verlangt werden kann.

Der Versicherungsnehmer muss allerdings den Anspruch auf die Leistung innerhalb von sechs Monaten gerichtlich geltend machen. Ansonsten ist der Versicherer von der Verpflichtung zur Leistung frei. Die Frist beginnt erst, wenn der Versicherer dem Versicherungsnehmer gegenüber den Anspruch auf die Versicherungsleistung schriftlich abgelehnt hat. Der Versicherer muss den Versicherungsnehmer außerdem über die Rechtsfolge, welche mit dem Ablauf der Frist verbunden ist, informieren.



Beitragsvergleich KÜNDIGUNG Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist unter Einhaltung einer Frist von einem Monat zum Ablauf des Versicherungsjahres sowie in der Regel zum Ratenzahlungszeitpunkt kündbar. Die Kündigung sollte per Einschreiben mit Rückschein an die Gesellschaft gerichtet werden. Stellen Sie jedoch vor einer Kündigung sicher, dass Sie bei einer anderen Gesellschaft Versicherungsschutz in gleichem Umfang erhalten können. Eventuelle Vorerkrankungen könnten den Neuabschluss verhindern.

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