Ausbildung

Artikel bei Berufsunfähigkeitsversicherung

15-04-2005
Das Risiko, berufsunfähig zu werden, wird von vielen unterschätzt. Etwa jeder dritte Arbeiter und jeder fünfte Angestellte wird vor dem Rentenalter berufs- oder erwerbsunfähig. Ein Verlust der Arbeitskraft durch Berufsunfähigkeit kann jedoch schmerzhafte finanzielle Folgen haben, so dass eine private Absicherung unumgänglich ist.

Bereits Schüler, Auszubildende und Studenten sollten eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, solange sie noch kerngesund sind, denn schon kleinere Leiden oder Vorerkrankungen können später zur Ablehnung eines Antrages führen.

Wie wichtig ist die Berufsunfähigkeitsversicherung?

Da der Verlust der Arbeitskraft durch Berufsunfähigkeit schmerzhafte finanzielle Folgen haben kann, sollten bereits Schüler, Auszubildende und Studenten eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Der Abschluss sollte getätigt werden, solange sie noch gesund sind, denn schon kleinere Leiden oder Vorerkrankungen können später zur Ablehnung eines Antrages führen. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung ist seit 2001 für junge Leute noch wichtiger geworden, da nach dem Rentenreformgesetz von der gesetzlichen Rentenversicherung nur noch eine Erwerbsminderungsrente (EM-Rente) gezahlt wird, welche die bisherigen staatlichen Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrenten ersetzt. Ausbildung und Beruf werden nicht mehr berücksichtigt, sondern einem Ingenieur wird gegebenenfalls zugemutet, als Nachtwächter zu arbeiten. Wer zukünftig keine drei Stunden mehr arbeiten kann, erhält die volle EM-Rente. Wer drei bis sechs Stunden pro Tag arbeiten kann, erhält die halbe EM-Rente. Wer sechs oder mehr Stunden am Tag tätig sein kann, erhält nicht, wie bisher, eine Berufsunfähigkeitsrente, sondern überhaupt keine Rente mehr.





Wie hoch?

Personen, die keinen oder noch keinen Beruf haben oder nicht berufstätig sind, können bei einigen Gesellschaften auch "Berufsunfähigkeitsversicherungen" abschließen. Allerdings mit der Besonder-heit, dass Zahlungen in der Regel erst bei Erwerbsunfähigkeit erbracht werden, also sehr viel später als bei einer Berufsunfähigkeit. Bei einer Erwerbsunfähigkeit darf der Betroffene nicht nur seinen Beruf, sondern auch lebenslänglich jede andere Erwerbstätigkeit nicht mehr ausüben können. Wenn der Versicherte dann allerdings einen Beruf erlernt hat und ausübt, gilt die Berufsunfähigkeit automatisch als Versicherungs- und Leistungsfall. Ein Vorteil kann in diesen Fällen sein, dass der Versicherte in jungen Jahren die Gesundheitsprüfung durchlaufen und den Versicherungsschutz erworben hat. Wer dagegen zu lang mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wartet, kann eventuell später keinen Versicherungsschutz mehr erlangen, wenn er zwischenzeitlich erkrankt ist. Die Unternehmen versichern nur kerngesunde Menschen.

Außerdem ist die Berufsunfähigkeitsrente meist auf eine bestimmte Höhe – 500 bis 1.000 Euro monatlich - begrenzt.

Beitragsvergleich Gesundheitsfragen Gesundheitsfragen: In den Anträgen zu Personenversicherungen werden fast immer Fragen zur Gesundheit gestellt. Diese müssen unbedingt vom Antragsteller selbst und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Lassen Sie sich niemals von einem Vertreter (der seine Abschlussprovision verdienen möchte) dazu verleiten, irgendwelche Vorerkrankungen nicht anzugeben ("weil sie bedeutungslos seien"). Denn mit Ihrer Unterschrift unter dem Antrag entbinden Sie in der Regel für die Vergangenheit und für die Zukunft alle Ärzte und Institutionen gegenüber der Gesellschaft von der Schweigepflicht. Nur wenn jemand später durch neutrale Zeugen beweisen kann, dass er dem Vertreter bestimmte Vorerkrankungen genannt hat, muss sich das Versicherungsunternehmen dieses Wissen des Vertreters zurechnen lassen (so der Bundesgerichtshof: Der Vertreter sei "Auge und Ohr" seiner Gesellschaft).

Die privaten Versicherungsunternehmen sind grundsätzlich nicht, wie viele glauben, verpflichtet, Angaben im Antrag schon bei der Antragstellung zu überprüfen. Auch eine ärztliche Untersuchung befreit den Antragsteller nicht von der Verpflichtung, alle Antragsfragen wahrheitsgemäß zu beantworten (wie soll ein Arzt z. B. bei einer "Augenblicksuntersuchung" eine Allergie feststellen, die auf jeden Fall als erhebliche Vorerkrankung anzugeben ist). Die Gesellschaften überprüfen die Antworten auf Gesundheitsfragen in der Regel erst, nachdem ein teurer Versicherungsfall eingetreten ist. Dann können sie die Krankengeschichte eines jeden Versicherten theoretisch bis zur Geburt zurückverfolgen und alle verschwiegenen Vorerkrankungen entdecken. Der Versicherte erhält möglicherweise keine Leistungen, kann gekündigt werden und steht fortan ohne jeden Versicherungsschutz da (den er dann meistens anderswo auch nicht erhält).

Probeantrag:

Bei mehreren Gesellschaften sollten GLEICHZEITIG Probeanträge gestellt werden. Ein Probeantrag bindet den Antragsteller nicht, wohl aber die Gesellschaft, wenn sie aufgrund des Probeantrages ein verbindliches Angebot auf Annahme der Versicherung macht. Aus einem Antragsformular machen Sie ganz einfach einen Probeantrag, indem Sie vor das eingedruckte Wort "Antrag" das Wort "Probe-" setzen.

Ein Probeantrag hat deshalb Bedeutung, weil in Anträgen zu Personenversicherungen am Ende fast immer gefragt wird, ob bereits Anträge anderweitig gestellt und abgelehnt wurden. Wer diese Fragen bejahen muss, hat bei allen weiteren Anträgen von vornherein "schlechte Karten". Man kann aber nicht gleichzeitig bei mehreren Gesellschaften mehrere Anträge stellen, sonst werden alle angenommen, und man hat plötzlich viele Versicherungen auf einmal. Deshalb also GLEICHZEITIG mehrere (unverbindliche) Probeanträge! Dann prüfen mehrere Gesellschaften auf einmal die Gesundheits-verhältnisse als Voraussetzung für eine Annahme - unbeeinflusst von evtl. Ablehnungen anderer.


Versicherungsfall



Ist die versicherte Person im Sinne der Bedingungen berufsunfähig, so muss dies ärztlich nachgewiesen und dem Versicherer angezeigt werden. Dem Unternehmen sind unverzüglich folgende Unterlagen einzureichen:

eine Darstellung der Ursache für den Eintritt der Berufsunfähigkeit;

ausführliche Berichte der Ärzte, die den Versicherten gegenwärtig behandeln bzw. behandelt oder untersucht haben, über Ursache, Beginn, Art, Verlauf und voraussichtliche Dauer des Leidens sowie über dessen Auswirkungen auf die Berufsfähigkeit oder Art und Umfang der Pflegebedürftigkeit;

Unterlagen über den Beruf des Versicherten, dessen Stellung und Tätigkeit im Zeitpunkt des Eintritts der Berufsunfähigkeit sowie über die eingetretenen Veränderungen;

bei Berufsunfähigkeit infolge Pflegebedürftigkeit zusätzlich eine Bescheinigung der Person oder der Einrichtung, die mit der Pflege betraut ist, über Art und Umfang der Pflege.

Die Versicherungsgesellschaft kann weitere ärztliche Untersuchungen von deren beauftragten Ärzte sowie notwendige Nachweise verlangen.

Verjährung:

Der Anspruch auf Leistung aus dem Versicherungsvertrag verjährt in fünf Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Schluss des Jahres, in welchem die Leistung verlangt werden kann.

Der Versicherungsnehmer muss allerdings den Anspruch auf die Leistung innerhalb von sechs Monaten gerichtlich geltend machen. Ansonsten ist der Versicherer von der Verpflichtung zur Leistung frei. Die Frist beginnt erst, wenn der Versicherer dem Versicherungsnehmer gegenüber den Anspruch auf die Versicherungsleistung schriftlich abgelehnt hat. Der Versicherer muss den Versicherungsnehmer außerdem über die Rechtsfolge, welche mit dem Ablauf der Frist verbunden ist, informieren.



Beitragsvergleich KÜNDIGUNG Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist unter Einhaltung einer Frist von einem Monat zum Ablauf des Versicherungsjahres sowie in der Regel zum Ratenzahlungszeitpunkt kündbar. Die Kündigung sollte per Einschreiben mit Rückschein an die Gesellschaft gerichtet werden. Stellen Sie jedoch vor einer Kündigung sicher, dass Sie bei einer anderen Gesellschaft Versicherungsschutz in gleichem Umfang erhalten können. Eventuelle Vorerkrankungen könnten den Neuabschluss verhindern.

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