Haus und Grund

Artikel bei Haftpflichtversicherung

15-04-2005
Grundstücks- bzw. Hauseigentümer sind dazu verpflichtet, ihr Grundstück/ Haus gefahrenfrei und in verkehrssicherem Zustand zu halten. Für Schäden, die einer dritten Person durch die Verletzung dieser Pflicht entstehen, kann der Eigentümer haftbar gemacht werden.

Jeder Eigentümer eines Hauses oder Grundstücks, für das er die Verkehrssicherungspflicht hat (also auch unbebaute Grundstücke), braucht eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung - auch Besitzer von Eigentumswohnungen benötigen sie. Hier hat im allgemeinen der Verwalter eine Haftpflichtversicherung für das gesamte Objekt abgeschlossen. Wer allerdings ein Einfamilienhaus bewohnt, kommt ohne weitere Haftpflichtversicherung aus, wenn er schon eine private Haftpflichtversicherung besitzt. Diese schließt den Versicherungsschutz für ein mit Frau/Mann und Kindern bewohntes Einfamilienhaus mit ein (nach neueren Bedingungen oft auch das Abvermieten von ein bis zwei einzelnen Räumen, über den Bund der Versicherten auch das Abvermieten einer zweiten Wohnung in vom Versicherungsnehmer bewohnten Zweifamilienhaus).

 

Wie wichtig ist Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung ?

Eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung ist für viele Haus- bzw. Wohnungseigentümer und Grundstücksbesitzer ein „Muss“, weil Schäden, die Dritten auf Ihrem Grundstück passieren sogar die Existenz bedrohen können, wenn kein ausreichender Versicherungsschutz vorhanden ist.

 

Wie hoch?

Eigentümern eines ausschließlich selbstbewohnten Einfamilienhauses bietet die Privathaft-pflichtversicherung für solche Fälle in der Regel hinreichenden Schutz. Derjenige, dem ein unbebautes Grundstück, ein nicht ausschließlich selbstbewohntes oder vollständig vermietetes Haus gehört, sollte sich dagegen um eine Haus- und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung kümmern. Auch für Eigentümer von Eigentumswohnungen ist eine solche Versicherung wichtig, da ihnen normalerweise zusammen mit den anderen Wohnungseigentümern Gemeinschaftseigentum gehört und Gefahren, die von diesem Gemeinschaftseigentum ausgehen, in der Regel nicht von der Privathaftpflichtversicherung abgesichert werden. Zumeist besteht jedoch bereits über den Hausverwalter für das ganze Haus eine Haus - und Grundbesitzer-Haftpflichtversicherung für die Eigentümergemeinschaft.

Bei einigen Versicherern werden auch vermietete Räume (teilweise bis zu acht) oder auch Einliegerwohnungen und Eigentumswohnungen beitragsfrei bzw. gegen einen relativ geringen Zuschlag im Rahmen der Privathaftpflichtversicherung mitversichert (BdV-Rahmenvertrag, Medien-Versicherung PH Komforttarif, VHV PH-Spezialtarif).

 



Versicherungsfall

Beachten Sie bitte schon vor einem Schadensfall: Die Hauptaufgabe der Privathaftpflichtversicherung besteht in der juristischen und technischen Prüfung des Vorganges. Der Versicherer stellt fest, ob und in welchem Umfang gehaftet werden muss. Anschließend entscheidet die Versicherungsgesellschaft, wie sie gegenüber dem Anspruchsteller reagiert. Möglich ist die Regulierung berechtigter Ansprüche oder die Abwehr unberechtigter oder überhöhter Ansprüche. Bedenken Sie bitte vor Meldung eines Schadensfalles Auch wenn Sie sich moralisch verpflichtet fühlen, Verwandten, Freunden und Bekannten einen verursachten Schaden zu ersetzen, gibt es einige Gründe, in denen das Gesetz keine Haftung vorsieht. Dies z. B. bei Schäden durch Kinder unter 7 Jahre (im Straßenverkehr sogar bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres), schuldunfähige Personen und Gefälligkeitshandlungen. Die Privathaftpflichtversicherung wird keine Leistung erbringen, weil kein Haftungsanspruch besteht. Wenn jemand trotz fehlender Rechtsgrundlage Entschädigung fordert, wird die Versicherungsgesellschaft diese Ansprüche als unberechtigt abwehren. Melden Sie jeden Schadensfall Melden Sie jeden Schadensfall unverzüglich mit detaillierten Informationen (WAS ist WANN, WIE und WO mit welcher voraussichtlichen Schadenhöhe passiert) telefonisch, per Fax oder schriftlich Ihrem Versicherer. Nach der ersten Schadensmeldung erhalten Sie vom Versicherungsunternehmen eine sogenannte Schadensanzeige, die Sie unverzüglich vollständig ausgefüllt und unterschrieben zurücksenden müssen. Diese wird zunächst vom Versicherungsunternehmen geprüft. Gegenüber dem Geschädigten dürfen Sie zur Schuldfrage keine Erklärungen abgeben, keine Zusage zur Regulierung und keine Zahlungen leisten bzw. zusagen. Legen Sie bitte gegen einen gerichtlichen Mahnbescheid oder eine andere Verfügung sofort Einspruch zur Fristenwahrung ein (Begründungen können u. U. nachgereicht werden). Leiten Sie derartige Vorgänge dann unverzüglich an den BdV oder den Gruppenversicherungspartner weiter. Die Versicherungsgesellschaft ist keine Reparaturfirma. Sie hat nichts mit der Behebung des Schadens zu tun. Die Behebung des Schadens ist allein Sache des Geschädigten, aber die Versicherungsgesellschaft kann Tipps und technische Hilfe zur Schadensbeseitigung geben. Der Geschädigte muss dem Schädiger bzw. der Versicherungsgesellschaft das Verschulden sowie die Entstehung und vor allem die Höhe des Schadens beweisen (z. B. durch Fotos, Zeugen, Gutachten, Rechnungen ...). Die Versicherungsgesellschaft kann sich (muss sich aber nicht) in die Behebung des Schadens einschalten. Der Geschädigte sollte aber nicht auf Hinweise der Versicherungsgesellschaft warten, es sei denn, er will hinsichtlich seiner Beweispflicht sicher gehen und der Gesellschaft eine Begutachtung des Schadens ermöglichen. Die Gesellschaft ist dann aber nicht für Folgen einer verzögerten Reparatur verantwortlich. Berechnung der Entschädigungssumme Im gesamten Haftpflichtrecht werden Entschädigungsleistungen nur zum Zeitwert vorgenommen. Es werden also Abzüge aufgrund Alter und Nutzung vorgenommen. Auch Wertverbesserungen, gerade im technischen Bereich, werden berücksichtigt. Zeitwerte werden durch Gutachten festgelegt. Deshalb kann der BdV hierzu keine Hilfe anbieten. Sollte es sich um einen ersatzpflichtigen Schaden handeln, der auch die Hausrat- bzw. Wohngebäudeversicherung betrifft, sollte der Schaden auch dieser Versicherung gemeldet werden. Denn dort haben Sie in aller Regel Anspruch auf eine Erstattung zum Neuwert. Verjährung: Der Anspruch auf Leistung aus dem Versicherungsvertrag verjährt in zwei Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Schluss des Jahres, in welchem die Leistung verlangt werden kann. Der Versicherungsnehmer muss allerdings den Anspruch auf die Leistung innerhalb von sechs Monaten gerichtlich geltend machen. Ansonsten ist der Versicherer von der Verpflichtung zur Leistung frei. Die Frist beginnt erst, wenn der Versicherer dem Versicherungsnehmer gegenüber den Anspruch auf die Versicherungsleistung schriftlich abgelehnt hat. Der Versicherer muss den Versicherungsnehmer außerdem über die Rechtsfolge, welche mit dem Ablauf der Frist verbunden ist, informieren.

 

KÜNDIGUNG

 

Die Kündigung ist grundsätzlich zum Ende des Versicherungsjahres unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist möglich. Verbleiben bis zum Ende des ablaufenden Versicherungsjahres weniger als drei Monate, kann erst zum Ende des nächsten Versicherungsjahres gekündigt werden. Das erste Versicherungsjahr beginnt an dem Tag, der im Versicherungsschein als Beginndatum angegeben ist, das zweite ein Jahr später usw.

Sollte ein Vertrag mit einer festen Laufzeit von 5 oder 10 Jahren bestehen, lesen Sie bitte zu den besonderen Kündigungsmöglichkeiten unser Merkblatt zum Thema „Wie aus falschen langfristigen Verträgen rauskommen“ Versenden Sie Ihr Kündigungsschreiben per Einschreiben mit Rückschein. Nur so können Sie später beweisen, wann Ihr Schreiben beim Versicherer eingegangen ist. Weitere Kündigungsmöglichkeiten: 1. KÜNDIGUNG NACH EINER SCHADENREGULIERUNG Wurde ein Schaden abschließend reguliert, kann die betroffene Versicherung bis zu einem Monat danach unter Hinweis auf die Schadennummer gekündigt werden. Das sollte aber nicht, wie es in vielen Bedingungen steht, "mit sofortiger Wirkung" geschehen. Dann wären die bereits bis zur nächsten Fälligkeit vorausgezahlten Prämien nämlich verloren. Bei unterjähriger Zahlungsweise (z. B. monatlich) müssten sogar noch ausstehende Zahlungen für das laufende Versicherungsjahr gezahlt werden. Die Kündigung sollte folglich sofort nach Erhalt der Erledigungsnachricht oder Schadenzahlung zum Ablauf des Versicherungsjahres erfolgen. 2. KÜNDIGUNG AUFGRUND EINER BEITRAGSERHÖHUNG Die Kündigung wegen einer Beitragserhöhung – sofern diese nicht auf einer Leistungsverbesserung basiert - ist innerhalb eines Monats ab Erhalt der Mitteilung möglich. Die Kündigung wird zu dem Termin, an dem die Erhöhung erfolgt, wirksam. Bei einem Vertragsabschluss vor dem 01.01.1991 muss die Erhöhung mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr oder mehr als 20 Prozent in den letzten drei Jahren betragen. Bei einem Vertragsabschluss in der Zeit vom 01.01.1991 bis zum 28.07.1994 muss der Beitrag um mehr als 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr oder um mehr als 25 Prozent gegenüber dem Erstbeitrag erhöht werden. Bei einem Vertragsabschluss ab dem 29.07.1994 besteht ein Kündigungsrecht bei jeder Bei-tragserhöhung. Vor einer Kündigung stellen Sie jedoch sicher, dass Sie bei einer anderen Gesellschaft Versi-cherungsschutz in gleichem Umfang erlangen können.
 




 

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