Privathaftpflichtversicherung

Artikel bei Haftpflichtversicherung

15-04-2005
Die Privathaftpflichtversicherung gewährt grundsätzlich Schutz bei Schäden, die vom Versicherungs-nehmer und/oder von den mitversicherten Personen fahrlässig im privaten Bereich verursacht wurden.

Kinder unter 7 Jahren können mangels Deliktfähigkeit nicht schadenersatzpflichtig gemacht werden, bei einem Unfall im Straßenverkehr wird neuerdings sogar erst ab einem Alter von 10 Jahren gehaftet. Wenn auch die Eltern der sich noch nicht im deliktfähigen Alter befindlichen Kinder ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, müssen weder der Privathaftpflichtversicherer noch die Eltern zahlen. Der Privathaftpflichtversicherer wehrt in solchen Fällen aber unberechtigterweise gegen das Kind oder die Eltern geltend gemachte Schadenersatzansprüche ab. Er fungiert dann folglich wie ein Rechtsschutzversicherer.

Wie wichtig ist Privathaftpflichtversicherung ?

Eine Privathaftpflichtversicherung sollte jeder haben, denn für den Schaden, den Sie (oder auch Ihr Kind, Hund, Pferd ...) bei fremden Personen angerichtet haben, sind Sie nach dem Gesetz zum Schadensersatz verpflichtet. Haftpflicht ist also die Verpflichtung zum Schadenersatz. Sie haften für Schäden bei Dritten mit Ihrem gesamten Vermögen und - bis zur Pfändungsgrenze - auch mit Ihrem Einkommen; unter Umständen ein Leben lang, bis der finanzielle Schaden, den Sie angerichtet haben, vollständig ersetzt ist. Die Haftpflichtversicherung zählt somit zu den wichtigsten Versicherungen.

Wie hoch?

Die Versicherungssummen von Privathaftpflichtversicherungen sind vorgegeben. Es gibt viele Alternativen. Nicht zu empfehlen sind unterschiedliche Summen für Personen- und Sachschäden. Am besten schließen Sie eine Privathaftpflichtversicherung mit Pauschalsummen für Personen- und Sachschäden ab. Die Versicherungssumme sollte mindestens in Höhe von 3 Millionen Euro pauschal gewählt werden. Eine geringe Selbstbeteiligung ist ebenfalls sinnvoll, weil kleinere Schäden beim Versicherten wie bei der Gesellschaft oft mehr Aufwand verursachen als die eigentliche Schadenzahlung. Außerdem kann man durch einen Selbstbehalt auf Dauer eine Menge Prämien sparen. Bedenken Sie bitte auch, dass ein Haftpflichtversicherer dazu berechtigt ist, den mit Ihnen abgeschlossenen Vertrag aufgrund eines Schadensfalles zu kündigen. Erfahrungsgemäß passiert dies zum Beispiel dann, wenn jemand mehrere (auch kleine) Schäden gemeldet hat. Es kann dann schwer sein, einen neuen Versicherer zu finden, da ein Antragsteller, der bereits mehrere Vorschäden angegeben hat, von vielen Versicherern abgelehnt wird.

Die Absicherung gegen Regressansprüche des Dienstherrn bei Vermögensschäden kann für Beamte durch eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung erfolgen.

Beamte können gegen einen geringen Zuschlag auch eine Dienst- bzw. Amtshaftpflichtversicherung in die Privathaftpflichtversicherung einschließen, um sich bei Personen- oder Sachschäden gegen Regressansprüche des Dienstherrn abzusichern. Solche Ansprüche kommen jedoch nur bei grob fahrlässig verursachten Schäden in Betracht.



Versicherungsfall

Beachten Sie bitte schon vor einem Schadensfall: Die Hauptaufgabe der Privathaftpflichtversicherung besteht in der juristischen und technischen Prüfung des Vorganges. Der Versicherer stellt fest, ob und in welchem Umfang gehaftet werden muss. Anschließend entscheidet die Versicherungsgesellschaft, wie sie gegenüber dem Anspruchsteller reagiert. Möglich ist die Regulierung berechtigter Ansprüche oder die Abwehr unberechtigter oder überhöhter Ansprüche. Bedenken Sie bitte vor Meldung eines Schadensfalles Auch wenn Sie sich moralisch verpflichtet fühlen, Verwandten, Freunden und Bekannten einen verursachten Schaden zu ersetzen, gibt es einige Gründe, in denen das Gesetz keine Haftung vorsieht. Dies z. B. bei Schäden durch Kinder unter 7 Jahre (im Straßenverkehr sogar bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres), schuldunfähige Personen und Gefälligkeitshandlungen. Die Privathaftpflichtversicherung wird keine Leistung erbringen, weil kein Haftungsanspruch besteht. Wenn jemand trotz fehlender Rechtsgrundlage Entschädigung fordert, wird die Versicherungsgesellschaft diese Ansprüche als unberechtigt abwehren. Melden Sie jeden Schadensfall Melden Sie jeden Schadensfall unverzüglich mit detaillierten Informationen (WAS ist WANN, WIE und WO mit welcher voraussichtlichen Schadenhöhe passiert) telefonisch, per Fax oder schriftlich Ihrem Versicherer. Nach der ersten Schadensmeldung erhalten Sie vom Versicherungsunternehmen eine sogenannte Schadensanzeige, die Sie unverzüglich vollständig ausgefüllt und unterschrieben zurücksenden müssen. Diese wird zunächst vom Versicherungsunternehmen geprüft. Gegenüber dem Geschädigten dürfen Sie zur Schuldfrage keine Erklärungen abgeben, keine Zusage zur Regulierung und keine Zahlungen leisten bzw. zusagen. Legen Sie bitte gegen einen gerichtlichen Mahnbescheid oder eine andere Verfügung sofort Einspruch zur Fristenwahrung ein (Begründungen können u. U. nachgereicht werden). Leiten Sie derartige Vorgänge dann unverzüglich an den BdV oder den Gruppenversicherungspartner weiter. Die Versicherungsgesellschaft ist keine Reparaturfirma. Sie hat nichts mit der Behebung des Schadens zu tun. Die Behebung des Schadens ist allein Sache des Geschädigten, aber die Versicherungsgesellschaft kann Tipps und technische Hilfe zur Schadensbeseitigung geben. Der Geschädigte muss dem Schädiger bzw. der Versicherungsgesellschaft das Verschulden sowie die Entstehung und vor allem die Höhe des Schadens beweisen (z. B. durch Fotos, Zeugen, Gutachten, Rechnungen ...). Die Versicherungsgesellschaft kann sich (muss sich aber nicht) in die Behebung des Schadens einschalten. Der Geschädigte sollte aber nicht auf Hinweise der Versicherungsgesellschaft warten, es sei denn, er will hinsichtlich seiner Beweispflicht sicher gehen und der Gesellschaft eine Begutachtung des Schadens ermöglichen. Die Gesellschaft ist dann aber nicht für Folgen einer verzögerten Reparatur verantwortlich. Berechnung der Entschädigungssumme Im gesamten Haftpflichtrecht werden Entschädigungsleistungen nur zum Zeitwert vorgenommen. Es werden also Abzüge aufgrund Alter und Nutzung vorgenommen. Auch Wertverbesserungen, gerade im technischen Bereich, werden berücksichtigt. Zeitwerte werden durch Gutachten festgelegt. Deshalb kann der BdV hierzu keine Hilfe anbieten. Sollte es sich um einen ersatzpflichtigen Schaden handeln, der auch die Hausrat- bzw. Wohngebäudeversicherung betrifft, sollte der Schaden auch dieser Versicherung gemeldet werden. Denn dort haben Sie in aller Regel Anspruch auf eine Erstattung zum Neuwert. Verjährung: Der Anspruch auf Leistung aus dem Versicherungsvertrag verjährt in zwei Jahren. Die Verjährung beginnt mit dem Schluss des Jahres, in welchem die Leistung verlangt werden kann. Der Versicherungsnehmer muss allerdings den Anspruch auf die Leistung innerhalb von sechs Monaten gerichtlich geltend machen. Ansonsten ist der Versicherer von der Verpflichtung zur Leistung frei. Die Frist beginnt erst, wenn der Versicherer dem Versicherungsnehmer gegenüber den Anspruch auf die Versicherungsleistung schriftlich abgelehnt hat. Der Versicherer muss den Versicherungsnehmer außerdem über die Rechtsfolge, welche mit dem Ablauf der Frist verbunden ist, informieren.



KÜNDIGUNG



Die Kündigung ist grundsätzlich zum Ende des Versicherungsjahres unter Einhaltung einer dreimonatigen Kündigungsfrist möglich. Verbleiben bis zum Ende des ablaufenden Versicherungsjahres weniger als drei Monate, kann erst zum Ende des nächsten Versicherungsjahres gekündigt werden. Das erste Versicherungsjahr beginnt an dem Tag, der im Versicherungsschein als Beginndatum angegeben ist, das zweite ein Jahr später usw.

Sollte ein Vertrag mit einer festen Laufzeit von 5 oder 10 Jahren bestehen, lesen Sie bitte zu den besonderen Kündigungsmöglichkeiten unser Merkblatt zum Thema „Wie aus falschen langfristigen Verträgen rauskommen“ Versenden Sie Ihr Kündigungsschreiben per Einschreiben mit Rückschein. Nur so können Sie später beweisen, wann Ihr Schreiben beim Versicherer eingegangen ist. Weitere Kündigungsmöglichkeiten: 1. KÜNDIGUNG NACH EINER SCHADENREGULIERUNG Wurde ein Schaden abschließend reguliert, kann die betroffene Versicherung bis zu einem Monat danach unter Hinweis auf die Schadennummer gekündigt werden. Das sollte aber nicht, wie es in vielen Bedingungen steht, "mit sofortiger Wirkung" geschehen. Dann wären die bereits bis zur nächsten Fälligkeit vorausgezahlten Prämien nämlich verloren. Bei unterjähriger Zahlungsweise (z. B. monatlich) müssten sogar noch ausstehende Zahlungen für das laufende Versicherungsjahr gezahlt werden. Die Kündigung sollte folglich sofort nach Erhalt der Erledigungsnachricht oder Schadenzahlung zum Ablauf des Versicherungsjahres erfolgen. 2. KÜNDIGUNG AUFGRUND EINER BEITRAGSERHÖHUNG Die Kündigung wegen einer Beitragserhöhung – sofern diese nicht auf einer Leistungsverbesserung basiert - ist innerhalb eines Monats ab Erhalt der Mitteilung möglich. Die Kündigung wird zu dem Termin, an dem die Erhöhung erfolgt, wirksam. Bei einem Vertragsabschluss vor dem 01.01.1991 muss die Erhöhung mehr als 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr oder mehr als 20 Prozent in den letzten drei Jahren betragen. Bei einem Vertragsabschluss in der Zeit vom 01.01.1991 bis zum 28.07.1994 muss der Beitrag um mehr als 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr oder um mehr als 25 Prozent gegenüber dem Erstbeitrag erhöht werden. Bei einem Vertragsabschluss ab dem 29.07.1994 besteht ein Kündigungsrecht bei jeder Bei-tragserhöhung. Vor einer Kündigung stellen Sie jedoch sicher, dass Sie bei einer anderen Gesellschaft Versi-cherungsschutz in gleichem Umfang erlangen können.




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