Was versteht man unter statistischer Arbitrage?

Artikel bei HedgeFunds

15-04-2005
Statistische Arbitrage hat zum Ziel, kurzfristig auftretende Kursverzerrung beim Aktienhandel auszunutzen. Statistische Arbitrage erfolgt zumeist innerhalb weniger Stunden bis zu einer Woche. Die hohe Umschlaghäufigkeit führt dazu, dass beträchtliche Teile der Börsenumsätze auf statistische Arbitrageure zurückzuführen sind. Es wird geschätzt, dass die Transaktionen des im Bereich der statistischen Arbitrage führenden Hedge- Funds zwischen fünf und zehn Prozent des Handelsvolumens an der New York Stock Exchange ausmachen.

Die Grundidee ist, dass kurzfristige Preisungleichgewichte sich wieder ihrem Mittelwert annähern. Vereinfacht dargestellt bildet der statistische Arbitrageur zwei Portfolios. Diese beiden Portfolios müssen sich in der Vergangenheit wertmäßig nahezu parallel zum Gesamtmarkt und somit auch zueinander entwickelt haben und eine im Idealfall völlig identische Branchenstruktur aufweisen. Bewegen sich die Wertentwicklungen dieser beiden Portfolios auseinander, verkauft der statistische Arbitrageur das teurer gewordene Portfolio und kauft das billiger gewordene. Gleicht sich der Wert beider Portfolios wieder an, erzielt er einen Gewinn.

Das Hauptproblem der statistischen Arbitrage ist die Kapazität. Um bereits bei kleinen Abweichungen eine auf das Fundsvermögen bezogen ansehnliche Rendite erzielen zu können, ist eine hohe Fremdkapitalquote notwendig. Wird das eingesetzte Volumen im Verhältnis zum Markt aber zu groß, können die Transaktionen des Arbitrageurs die Preise beeinflussen und damit die eigene Strategie konterkarieren.
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