Was versteht man unter Wandelanleihen-Arbitrage (Convertible Bond Arbitrage)?

Artikel bei HedgeFunds

15-04-2005
Wandelanleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, die dem Anleger das Recht einräumen, als Kapitalrückzahlung eine fest definierte Anzahl Aktien eines Unternehmens zu fordern. Im Gegenzug akzeptiert der Anleger für dieses Recht einen unter dem allgemeinen Marktzins liegenden Kupon. Das Preisverhalten einer Wandelanleihe ist davon abhängig, ab welchem Preis sich der Tausch der Anleihe in Aktien für den Anleger lohnt. Dieses Preisverhalten von Wandelanleihen führt dazu, dass bei aktuellen Aktienkursen, die in der Nähe des Wandlungspreises liegen, ein asymmetrisches Profil auftritt: Die Wandelanleihe reagiert weniger stark auf Preisrückgänge der Aktie, als sie auf Preisanstiege reagiert. Diese Besonderheit von Wandelanleihen erlaubt es, unabhängig von der Aktienkursentwicklung, positive Erträge zu erwirtschaften. Kombiniert der Manager den Kauf einer Wandelanleihe mit dem Leerverkauf einer bestimmten Aktienanzahl, erzielt er unabhängig von der Aktienkursentwicklung einen Gewinn. Dies gelingt jedoch nur dann, wenn das Zinsniveau nicht stark schwankt oder die Zinsentwicklung separat abgesichert wurde. Da es sich bei Wandelanleihen meist um Emissionen von Industrieunternehmen handelt, ist es jedoch nahezu unmöglich, die Zinsentwicklung abzusichern. Diese hängt bei einer Industrieanleihe nämlich nicht nur vom allgemeinen Zinsniveau (dessen Veränderungen absicherbar sind), sondern auch von der Bonitätsentwicklung des jeweiligen Emittenten ab. Eine weitere Schwierigkeit kann in der mangelnden Verfügbarkeit der Aktie für Leerverkäufe liegen.
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