Was versteht man unter Global-Macro Strategien?

Artikel bei HedgeFunds

15-04-2005
Typische Global-Macro-Strategien basieren auf einer Makroökonomischen Analyse der wichtigen Entwicklungen in Politik und Wirtschaft. Bei den reinen Macro-Strategien versucht der Manager, große Trendbrüche bei Aktien-, Zins- und Währungsentwicklungen oder weltwirtschaftliche Trends, die von der Gesamtheit der Marktteilnehmer entweder ihrem Ausmaß oder in ihrer Geschwindigkeit falsch eingeschätzt werden, zu erkennen und Gewinn bringend zu nutzen. Wichtig hierfür ist die Möglichkeit, diese Erkenntnisse schnell und unkompliziert umsetzen zu können und über ausreichende Mittel zu verfügen. Diese ausreichenden Mittel sind nötig, um eventuelle Interventionen anderer Marktteilnehmer zum Scheitern bringen zu können, die versuchen, die Entwicklungen zu bremsen. Dies gilt beispielsweise, wenn ein Global-Macro-Manager Ungleichgewichte am Devisenmarkt erkennt, die von den Notenbanken durch Interventionen unterstützt werden. Sein Investment hat nur dann Erfolg, wenn er so viele Mittel einsetzen kann, dass sich die Interveneure von ihrer Stützungspolitik verabschieden und die Devisenkurse freigeben. Daher kommen als „Kontrahenten“ zu den Notenbanken nur eine Minderheit der Hedge-Funds infrage. Verfügt der Hedge-Fund nicht über ausreichende Mittel, führen die Interventionen der Notenbanken dazu, dass sich die ökonomisch zu erwartende Verschiebung der Wechselkurse nicht einstellt. Der Hedge-Fund muss dann sein Investment ohne Gewinn abbrechen. Das durchschnittliche Volumen der Global-Macro-Funds liegt über dem Dreifachen des durchschnittlichen Volumens der anderen Fundsstrategien.

Die Global-Macro-Strategie ist neben der Long-Short- Strategie die älteste Strategie und die mit der höchsten Publizität. Wegen der vielfältigen strategischen Möglichkeiten bildet sie eine sehr wichtige Kategorie im Universum der Hedge- Funds. Sie weist hohe Renditen, aber auch hohe Schwankungsbreiten in den Erträgen auf.
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