Wie haben sich HedgeFunds historisch entwickelt?

Artikel bei HedgeFunds

15-04-2005
Der erste Hedge-Fund stammt aus dem Jahr 1949. Dessen Manager, Alfred Winslow Jones, fügte den traditionellen Investments zwei neue Elemente bei: Fremdkapitalaufnahme und Leerverkäufe. Da Leerverkäufe es ihm ermöglichten, auch von fallenden Aktienkursen zu profitieren, war er nicht mehr so stark von einer allgemein steigenden Marktentwicklung abhängig. Die Titelselektion und somit seine Fähigkeit, unter- und überbewertete Titel ausfindig zu machen, rückte in den Vordergrund. Die Kombination von Käufen und Leerverkäufen führte zu der Unterscheidung von Netto- und Bruttoengagement. Kaufte er beispielsweise bei einem Anlagebetrag von 100 Dollar für 110 Dollar eine ihm unterbewertet erscheinende Aktie und verkaufte er gleichzeitig für 40 Dollar eine ihm überbewertet erscheinende Aktie, so lag das Nettoengagement (Investitionen abzüglich Leerverkäufe) bei 70 Dollar, das Bruttoengagement (Investitionen zuzüglich Leerverkäufe) aber bei 150 Dollar. Die Differenz zwischen Nettoengagement und Anlagebetrag von 30 Dollar wurde als Barreserve gehalten. Das Nettoengagement variierte Jones in Abhängigkeit von seiner Markteinschätzung. Da die Aktienmärkte generell langfristig zulegten, bewegte er sich mit dieser Quote immer im positiven Bereich. Da er die Einnahmen aus den Leerverkäufen teilweise nutzte, um mehr Aktien zu kaufen, als im Anlagekapital zur Verfügung gestellt wurden (110 Dollar bei 100 Dollar Anlagekapital), waren seine Käufe teilweise durch Fremdkapital finanziert. Jones war auch der erste Fundsmanager, der sich erfolgsabhängig entlohnen ließ. Er führte auch ein weiteres wichtiges Merkmal von Hedge-Funds ein: Er verpflichtete sich, einen Teil seines privaten Finanzvermögens zu identischen Bedingungen wie seine Anleger in den Funds zu investieren.

Den ersten Popularitätsschub erlebten Hedge-Funds Ende der Sechzigerjahre. Ein Artikel in der Finanzpresse untersuchte das Anlageergebnis von Funds und kam für den Zehnjahreszeitraum von 1956 bis 1965 zu dem Ergebnis, dass Jones trotz seiner erfolgsabhängigen Entlohnung in Höhe von 20 Prozent den besten traditionellen Anlagefunds deutlich geschlagen hatte. In den beiden Folgejahren wurden über 100 Hedge-Funds gegründet. Zwei inzwischen namhafte Gründer aus dieser Zeit haben die Marktturbulenzen von 1969/70 und 1973/74 überstanden: George Soros (Quantum Fund) und Michael Steinhardt (Steinhardt Partners). 1986 war es wiederum die Finanzpresse, die das Interesse an Hedge-Funds erweckte. Julian Robertson wurde zur über 750-prozentigen Wertentwicklung seines Funds in den ersten sechs Jahren nach der Auflegung befragt. Er legte offen, dass er die oben skizzierte Strategie um die Bereiche Zinsen, Währungen und Indizes erweitert hatte. Funds, die nach der so genannten Global-Macro-Strategie verwaltet werden, sind nunmehr zur größten Gruppe innerhalb der Hedge-Funds herangewachsen. Die Turbulenzen um den LTCM-Fund Ende 1998 konnten die Verbreitung der Hedge-Funds nur kurz stoppen. Bereits 1999 stiegen die Verbreitung und somit die Anlagevolumina wieder an.
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