Was versteht man unter dem Begriff HedgeFunds?

Artikel bei HedgeFunds

15-04-2005
Der Begriff Hedge-Funds ist nicht selbsterklärend, sondern eher irreleitend. Normalerweise versteht man unter einem „Hedge“ die Absicherung von Finanzanlagen gegen Preisänderungen. So können Portfolios durch bestimmte Finanztransaktionen und derivative Instrumente gegen die Auswirkung von Zins-, Kurs oder auch Wechselkursänderungen abgesichert werden. Solche Absicherungsgeschäfte können von Hedge-Funds zwar im Rahmen ihrer gesamten Anlagestrategie eingesetzt werden, stellen aber nicht deren Hauptinvestments dar.
Hedge-Funds verfolgen andere Anlageziele: Sie streben eine positive und
risikoeffiziente Wertentwicklung an, die möglichst unabhängig vom Marktumfeld
erreicht werden soll. Hier unterscheiden sie sich deutlich von klassischen
Anlagefunds wie beispielsweise Aktienfunds. Ein Aktienfundsmanager strebt eine
relative Wertentwicklung im Vergleich zum Marktumfeld an. So ist er durchaus
erfolgreich, wenn er bei einem Marktrückgang von 20 Prozent eine Wertentwicklung
von –15 Prozent erzielt.




Hedge-Funds verfolgen ihr Anlageziel durch den Einsatz verschiedener
Anlagestrategien unter Verwendung verschiedenster Anlageinstrumente. Dabei
können auch Leerverkäufe getätigt werden sowie Fremdkapital eingesetzt werden,
was zu höheren Gewinn- und Verlustmöglichkeiten führen kann (Hebelwirkung). In
der Regel erhält der Hedge-Fund-Manager eine gewinnabhängige Entlohnung und hat
damit ein stärkeres Interesse am Anlageerfolg. Darüber hinaus ist der
Hedge-Fund-Manager meist mit eigenem Kapital zu identischen Konditionen wie die
Anleger am Fundsvolumen beteiligt.




Der Begriff „Hedge-Fund“ kam dadurch zustande, dass die ersten
Hedge-Funds-Strategien nicht auf absolute, sondern auf relative
Kursveränderungen verschiedener Aktien zueinander spekulierten. Während der
traditionelle Anleger Aktien auswählte, um von der allgemeinen (absoluten)
Marktentwicklung zu profitieren, kombinierten die ersten Hedge-Funds Käufe und
Leerverkäufe, um von der relativen Kursentwicklung der Aktien zueinander zu
profitieren. Gegen die allgemeine Marktentwicklung waren sie abgesichert
(englisch: hedged). Für sie war es lediglich wichtig, dass sich die
Kursdifferenz zwischen den gewählten Werten je nach Strategie einengte
beziehungsweise ausweitete. Das allgemeine Marktniveau war hierfür ohne
Belang.




Hedge-Funds unterliegen sehr geringen Beschränkungen bezüglich der
einsetzbaren Anlageinstrumente und deren Anteil am Gesamtportfolio. Daher kann
ein Hedge-Fund- Manager hohe Risiken eingehen.




Die gewinnabhängige Vergütung, das persönliche finanzielle Engagement des
Hedge-Fund-Managers und seine Reputation wirken hier als Regulativ. Als Folge
hieraus ergibt sich, dass der Manager seine Ziele mit denen seiner Kunden in
Einklang bringt.

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