Aktienfonds
Artikel bei Fonds
15-04-2005
Investmentfonds, der überwiegend in Aktien anlegt. Aktienfonds sind für Sparer mit dem primären Ziel "Wertsteigerung" interessant. Sie tragen zwar ein etwas größeres Risiko, haben dafür aber auch größere Chancen auf Wertsteigerung.
Im Jahre 1950 wurden in Deutschland die ersten beiden Aktienfonds dem breiten Publikum angeboten. Über ein Jahrzehnt waren Aktienfonds die einzige Investment-Fondsgruppe. Das Aktienfondssparen hat, nicht zuletzt durch die Förderung einer Beteiligung am Produktivkapital aufgrund des 5. Vermögensbildungsgesetzes, einen zunehmenden Verbreitungsgrad gefunden. In der zweiten Hälfte der neunziger Jahre kam es zu einem regelrechten Boom bei Aktienfonds, die mittlerweile zur größten Fondsgruppe wurden. Durch neue Aktienfondsprodukte, die zum Teil sehr spezielle Anlageschwerpunkte haben, boten und bieten die Kapitalanlagegesellschaften den Anlegern die Möglichkeit, sich an neuen und für viele schwer zugänglichen Märkten zu beteiligen. So entstand im Laufe der Jahre eine breit gefächerte Anlagepalette für den Aktienfondssparer.
Es gibt Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland, die durch die Beteiligung am Produktivkapital der deutschen Wirtschaft an deren Wachstum partizipieren. Die meisten Aktienfonds investieren jedoch in ausländischen Märkten. Dies ist eine Entwicklung, die um 1960 begann. Dem Anleger wurde zunächst der europäische und danach der transatlantische Anlageraum erschlossen. Während eine Reihe von Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Ausland einer breiten Streuung der Anlagegelder über mehrere Länder und Branchen den Vorzug gibt, nutzt die Mehrzahl der auslandsorientierten Aktienfonds selektiv die Chance spezieller Märkte, Länder oder Regionen.
Die Spezialisierung auf Marktsegmente verstärkte sich in den achtziger Jahren. Anstoß für die Auflage derartiger Fonds war die Erkenntnis, dass im Laufe der Jahre ein Anlegerkreis mit größerer Wertpapierreife entstanden war. Diese Anleger suchen bei ihrer Wertpapieranlage mehr Flexibilität, sind risikofreudiger und auch bereit, sich von der Anlage zu trennen, um sich dann in einem anderen speziellen Fonds, der aktuell größere Ertragsaussichten bietet, zu engagieren. Sie sind jedoch häufig nicht bereit oder in der Lage, die notwendige Selektion regional- oder branchenbegrenzter Werte vorzunehmen oder die höheren Kosten bei einer Direktanlage in ausländischen Werten in Kauf zu nehmen. Mit dem Angebot international anlegender Spezialitätenfonds wurde außerdem der zunehmenden Globalisierung der Aktienmärkte entsprochen.
Auch der Gesetzgeber hat durch die bereits im März 1990 in Kraft getretene Novellierung des KAGG dieser Entwicklung Rechnung getragen. Wertpapier-Investmentfonds ist es seitdem gestattet, Wertpapiere an jedem ausländischen organisierten Markt zu erwerben, der anerkannt und für das Publikum offen ist. Voraussetzung ist die Erwähnung in den Vertragsbedingungen. Damit wird sichergestellt, dass den vielfältigen Anlegerwünschen nach einer Beteiligung an chancenreichen Aktienmärkten besser entsprochen werden kann. Heute kann ein Investmentsparer über die Wahl eines entsprechenden Fonds einem Fondsmanager überlassen, wann in welcher Branche oder Region der Welt sein Geld investiert sein soll, oder er kann diese Entscheidung durch die Wahl eines "Spezialitätenfonds" selbst treffen.