IKK-Chef schlägt vereinfachte Risikoermittlung vor
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06-08-2006"Ob der Gesundheitsfonds ein Erfolg wird, hängt ganz entscheidend von dieser Frage ab", so Dilschmann.
Geplant ist, dass künftig alle Krankenkassen aus dem Gesundheitsfonds einen einheitlichen Grundbetrag plus einen alters- und risikoadjustierten Zuschlag pro Versicherten erhalten.
"Mit der Ausgestaltung dieser Risikokomponente hat die Politik die Chance, auf einfache Weise eines der hartnäckigsten Strukturprobleme unseres Gesundheitswesens zu lösen. Die Unzulänglichkeiten des bisherigen, monströsen Risikostrukturausgleichs zwischen den Kassen wären mit einem Schlag beseitigt."
Damit der Gesundheitsfonds diese Wirkung von Anfang an entfalten kann, sind nach Dilschmanns Auffassung keine zeitraubenden Voraussetzungen nötig: "Wir müssen nicht erst warten, bis die Wissenschaft endgültige Modelle entwickelt hat, um die unterschiedliche Verteilung der Krankheitsrisiken in den Versichertengemeinschaften zu ermitteln. Kurzfristig steht mit dem Risikopool schon heute das geeignete Instrument bereit, mit dem diese Aufgabe vorläufig auf bestechend einfache Weise zu lösen ist."
Dilschmann schlägt vor, den heutigen Risikopool, über den bereits ein Teil der Kassenausgaben für besonders "teure" Versicherte ausgeglichen wird, bereits vom Beginn an für die Zwecke des Gesundheitsfonds zu nutzen. Heute trägt jede Kasse bis zur Höhe von jährlich 20.750 Euro diese Kosten selbst, von den darüber hinausgehenden Aufwendungen erhält sie 60 Prozent aus dem Risikopool ersetzt.
"Der Gesetzgeber hat hiermit ein sehr effizientes Mittel, um die geplante Risikoadjustierung der Gesundheitsfond-Gelder sachgerecht und unkompliziert vorzunehmen: Er kann den Schwellenwert von heute 20.750 Euro deutlich mindern und zugleich die Erstattungsquote auf eine realistische Höhe von beispielsweise 95 Prozent festlegen. Dies würde zu einer gerechten Mittelverteilung an die Kassen führen. Gleichzeitig würden den Kassen dadurch immer noch Wirtschaftlichkeitsanreize vermittelt, die zweifellos unerlässlich sind", so Dilschmann.
Mit dieser einfachen Lösung könnte die Bundesregierung zugleich ihr Ziel erreichen, bereits mit Einführung des Gesundheitsfonds im Jahr 2008 aus den bisherigen 250 sehr unterschiedlichen Solidargemeinschaften der Krankenkassen eine einzige Solidargemeinschaft zu formen, durch die die Krankheitsrisiken dann gleichmäßig auf alle 72 Millionen Versicherten verteilt würden.
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