Neue Abgeltungssteuer: Was Sparer jetzt schon tun sollten

News bei Steuern

25-10-2007
Zum 01. Januar 2009 wir die sogenannte Abgeltungssteuer eingeführt. Der Steuersatz der Abgeltungssteuer ist einheitlich auf 25% festgelegt und wird von Kapitaleinkünften und Gewinnen aus Veräußerungsgeschäften erhoben (betrifft beispielsweise Kursgewinne, Dividenden und Zinsen). Des Weiteren werden zusätzlich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag (ca. 29%) erhoben.

Der Steuerzahler wird dadurch stärker durch den Fiskus belastet.

Die neuen Steuereinnahmen werden direkt von der Quelle (Kreditinstitute und Fondsgesellschaften) einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Von der Abgeltungssteuer ausgenommen sind für Ledige Zinsen bis 801 Euro und für Ehepaare Zinsen bis 1.602 Euro. Liegt der persönliche Steuersatz unter 25%, kann sich der betroffene Anleger über die Einkommenssteuererklärung die direkt von der Bank oder Fondsgesellschaft abgeführte Steuer erstatten lassen. Aktuell wird der persönliche Steuersatz für die meisten Erträge berechnet. Die Abgeltungssteuer von 25% betrifft Wertpapiere (Veräußerungsgewinne) und Einkünfte aus Kapital, die nach dem Stichtag zum 01. Januar 2009 gekauft worden sind.

Eine Sonderregelung wurde für Zertifikate geschaffen.

Bestandsschutz besteht nur für solche Zertifikate, die bis zum Stichtag 14. März 2007 angeschafft wurden. Um diese Regelung profitabel nutzen zu können, sollten Zertifikate, die nach dem 14. März 2007 erworben wurden, bis zum 01. Juli 2009 veräußert werden. Eine sinnvolle Anpassung der Finanzplanung vor Einführungstermin der Abgeltungssteuer sollte nicht überstürzt werden. Die Verbraucherzentrale Bremen rät, die Überprüfung und Neustrukturierung des Finanzportfolios bis Ende 2008 durchzuführen. Es ist davon auszugehen, dass die Abgeltungssteuer die Einführung von verschiedenen neuen Produkten zur Folge hätte, die ganz gezielt auf die Steuersituation abgestimmt sind. Eine Analyse der Leistungen und Kosten sollte gründlich und strukturiert erfolgen. Es gibt am Finanzmarkt Produkte, die nicht unter die Abgeltungssteuer fallen. Damit sind zum Beispiel Produkte der Riester- und Rürup-Rente gemeint, sowie Produkte der betrieblichen Altersvorsorge.

Verbraucherzentrale beschreibt die Möglichkeit, einen Altersvorsorge-Vertrag wie die Riester-Rente zu übersparen (über die Höhe der Förderungsmöglichkeit hinaus). Somit unterliegt der Vertrag im Zeitraum der Sparphase nicht den Regelungen der Abgeltungssteuer. Vom Anlageberater der in Hannover ansässigen FondsInvest Beratung Jörg Lange stammt die Empfehlung Aktienfonds (die sich langfristig bewährt haben und international gestreut sind) vor dem Stichtag zu erwerben. Hintergrund ist eine längerfristige Sicherheit der Rendite als bei europäischen oder deutschen Aktienfonds. Das Risiko, den Aktienfonds aufgrund von Kursschwankungen zu veräußern und das Kapital neu anzulegen, ist dann geringer.

Gänzlich abzuraten sei von fondsgebundenen Renten- oder Lebensversicherungen sowie Dachfonds (aufgrund der hohen Kosten). Je höher die Risikobereitschaft eines Anlegers ist, desto mehr Rendite kann erzielt werden. Wer zu eher konservativen Geldanlagen neigt, sollte festverzinsliche Wertpapiere erwerben. Hierbei ist die persönliche Lebenssituation und –planung genauso zu beachten wie steuerliche Hintergründe. Schon das Lebensalter ist hierbei von großer Bedeutung und hat Einfluss auf die eigene Risikobereitschaft, Anlagestrategie und letztendlich die Anlageentscheidung.
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