Hypothekendarlehen
Artikel bei Bausparen
15-04-2005
Ein solides Fundament ist bei der Baufinanzierung genauso wichtig wie beim Hausbau selbst. Genügend Eigenkapital sollte vorhanden sein, denn erst darauf sollte die Finanzierung über Kredite aufbauen. Und selbst wenn es mit schwacher Finanzdecke gut geht, dann ist es immer noch eine teure Angelegenheit.
Zunächst wird gerechnet: Welche Eigenmittel kann ich einsetzen? Wie viel Geld fehlt? Welche monatliche Belastung kann ich mir leisten?
Das Eigenkapital ist leicht zu ermitteln. Den Kreditbedarf sollten Sie nicht zu knapp bemessen. Auch voraussichtliche Renovierungs-, Modernisierungs- und Umbaukosten sowie die Nebenkosten des Erwerbs wie Makler-, Notar- oder Gerichtskosten und die Grunderwerbsteuer sollten bei der Finanzierung berücksichtigt werden.
In die monatliche Belastung kann auf jeden Fall die komplette Kaltmiete einfließen, die Sie zur Zeit bezahlen. Nicht aber die Nebenkosten, denn die fallen im eigenen Heim genauso an oder vielleicht eher noch höher, weil Vermieter gar nicht alle für die Wohnung anfallenden Kosten auf die Mieter umlegen kann.
Viele Arbeitgeber unterstützen die Eigenheimwünsche ihrer Angestellten mit zinsgünstigen Krediten. Solche günstigen Geldquellen sind auch Fremdkapital, aber sie reduzieren die Summe, die Sie über die Bank (für teureres Geld) finanzieren müssen.
Errechnen Sie, was Sie an Hypothek brauchen und was Sie für Tilgung und Zins monatlich ausgeben können, bevor Sie bei einer Bank vorstellig werden. Anhand dieser Vorgaben lassen Sie sich einen Finanzierungsplan erstellen. Sie sollten mehrere Angebote einholen.
Das Hypothekendarlehen ist im Normalfall der Hauptbaustein der Finanzierung. Dabei sollte man auf die Zinsbindung achten. In der noch anhaltenden Phase niedriger Zinsen legt man den Zinssatz für möglichst lange Zeit fest. Zwar sind langfristige Zinsbindungen etwas teurer als kurze oder variable, aber in Anbetracht, dass die Zinsniedrigphase so langsam ihrem Ende zuneigt, lohnt sich eine solche Festschreibung wahrscheinlich allemal.
Da die Zinsen aber bereits steigen, ist auch eine Hochzinsphase nicht mehr fern, dann ist eine variable oder kurzfristige Zinsbindung eher zu empfehlen, damit man von sinkenden Zinsen eher profitiert.
Als Sicherheit für das Darlehen dient Ihre Immobilie, was im Grundbuch vermerkt wird. Dabei dürfen bestimmte Beleihungsgrenzen nicht überschritten werden, weil bei einer eventuellen Zwangsversteigerung weniger Erlös zu erzielen ist als das Haus wert ist.
Zu achten ist auch auf die Tilgungsbedingungen der Hypothekenrückzahlung, denn nur durch die Tilgung verringern sich die Schulden. Die Tilgungsverrechnung sollte also möglichst früh erfolgen. Denn für einen kleineren Kreditbetrag zahlen Sie auch weniger Zinsen.
Lassen Sie sich vom Bankberater genau ausrechnen, wie teuer Sie der Kredit im Endeffekt kommt, denn nur die Hypothekenzinsen und die Bearbeitungsgebühren verraten noch nicht, welche Hypothek die günstigste ist. Auch wird zum Beispiel bei manchen Angeboten von dem Nennwert des Kredites ein Disagio vorgenommen, das heißt weniger als der 100-prozentige Nennwert ausgezahlt. Die Zinsen werden allerdings vom Nennwert berechnet, aber der Zinssatz ist niedriger. Das kann die günstigere Variante sein, aber das ist rein rechnerisch für den Kunden schwer zu vergleichen. Also lassen Sie sich vom Kreditberater die konkreten Zahlen von Kredit und effektiver Rückzahlung auf den Tisch legen. Dann haben Sie einen Vergleich.