Vorsicht bei Kreditkarten mit Teilzahlung

News bei Banken

26-09-2007
Zusätzlichen finanziellen Spielraum ohne Bonitätsprüfung versprechen Kreditkarten mit Teilzahl-Funktion – für den Kunden kann das auch als Revolving-Karte bekannte Plastikgeld aber richtig teuer werden, darauf weist aktuell die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hin. Der Grund: Am Ende des Monats wird nur ein kleiner Teil der Kartenbelastung direkt vom Girokonto abgezogen. Der größere Rest wird automatisch in einen Kredit umgebucht – zu einem Zinssatz von oft um die 15 Prozent. Das ist noch einmal teurer als der Dispozins von bis zu 12 Prozent, den die deutschen Banken zurzeit für die Überziehung von Girokonten verlangen.

Bei der Tilgung des „Revolving-Kredits“ einer Teilzahlungskarte sind die Banken locker: Nur fünf oder zehn Prozent der aufgelaufenen Schulden muss man je nach Kartenanbieter monatlich zurückzahlen. Das bedeutet schöne Zinserträge für die Bank und hohe Kosten für den Kunden. Sondertilgungen sind aber jederzeit möglich. „Die Banken bauen auf die Unkenntnis und Trägheit der Kunden, die nicht jeden Monat aktiv das Kreditkonto ausgleichen, um hohe Zinsen zu vermeiden“, erläutert Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Noch teurer werden die Kredite, wenn der Kartenanbieter zusätzlich eine Restschuldversicherung verlangt. Der tatsächliche Zins kann dann weit über 20 Prozent liegen.

Mit einer Revolving-Karte steigt die Verlockung, Dinge zu kaufen, die man sich eigentlich nicht leisten kann. Wer eine Kreditkarte mit Teilzahl-Funktion nutzt, sollte sein Kartenkonto unbedingt am Monatsende ausgleichen, um die hohen Zinsen zu vermeiden. Will man den Überblick über die eigenen Finanzen behalten, setzt man ohnehin besser eine normale Kreditkarte („Chargekarte“), bei der die aufgelaufene Belastung am Monatsende zinsfrei vom Girokonto abgebucht wird.
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