Gratis-Girokonten: Wo die Gebührenfallen lauern

News bei Banken

20-04-2007
Immer öfter werden Verbraucher in diesen Wochen mit Angeboten für kostenlose Girokonten umworben. Doch kostenlos bedeutet nicht unbedingt ohne Kosten. Im Kleingedruckten können sich Gebührenfallen verbergen. Hier einige Tipps, wie sich Verbraucher vor unangenehmen Überraschungen schützen können.

Die laufenden Kosten für ein typisches Girokonto liegen häufig bei 100 bis 200 Euro im Jahr. Geld, das sich mit dem Wechsel zu einer günstigen Bank leicht einsparen lässt. Etwa drei Dutzend Kreditinstitute in Deutschland bieten mittlerweile Girokonten zum Nulltarif, also ohne laufende Grundgebühren. Allerdings kann es je nach Angebot und individueller Nutzung doch teuer werden. Hier einige Punkte, auf die Verbraucher achten sollten.

Mindesteingänge. Mitunter ist der Verzicht auf eine laufende Grundgebühr daran geknüpft, dass monatlich ein bestimmter Geldbetrag mindestens auf dem Konto eingeht, zum Beispiel 1250 Euro. Ansonsten werden Gebühren von z.B. rund 6 Euro/ Monat fällig. Solche Angebote können sich für Geringverdiener, Studenten oder Rentner als Flopp erweisen.

Kontoauszüge. Ein regelmäßiger Überblick über die Finanzlage ist wichtig, um etwa eine drohende Überziehung zu erkennen. Mancher Billiganbieter knöpft den Kunden aber Gebühren dafür ab, wenn der Kontoauszug in Papierform zugeschickt wird. Kostenlos ist oft nur der Online-Kontoauszug. Mitunter gibt es Kontoauszüge auch nur alle drei Monate.

Telefonnummer. Online lässt sich viel erledigen. Aber mitunter möchten Bank-Kunden doch das eine oder andere direkt am Telefon mit der Bank besprechen. Ist die Bank nur über eine teure Servicenummer erreichbar, kann das ebenfalls ins Geld gehen. Kunden der PSD Bank Rhein-Ruhr sprechen mit Beratern kostenlos über eine 0800er-Vorwahl.

Kreditkarte. Beim Online-Shopping oder bei der Buchung von Mietwagen ist die Kreditkarte fast unverzichtbar geworden. Bei manchen Gratis-Girokonten soll der Kunde daher für die Kreditkarte extra bezahlen, mitunter bis zu 30 Euro im Jahr.

Bargeld-Automaten. Zum Gebührengrab kann das kostenlose Girokonto werden, wenn der Kunde kaum Möglichkeiten hat, sich ohne Extra-Kosten etwa auf Reisen mit Bargeld zu versorgen. Das kann vor allem bei Anbietern mit wenigen Geldautomaten passieren. Die Kosten für so genannte "Fremdabhebungen" bei anderen Instituten können vier oder fünf Euro betragen - pro Auszahlung.

August-Wilhelm Albert, Vertriebsvorstand der PSD Bank Rhein-Ruhr: "Mit der BankCard unseres Hauses können Kunden an über 17.300 Geldautomaten im BankCard ServiceNetz kostenlos Bargeld abheben sowie an elektronischen Kassen und Akzeptanzstellen der GeldKarte bargeldlos zahlen."

Überziehungszinsen. Jedem kann es passieren, dass er sein Girokonto mal überziehen muss, etwa weil plötzlich eine teure Autoreparatur bezahlt werden musste. Dann sollten Überziehungszinsen fair sein und dem insgesamt immer noch vergleichsweise niedrigem Zinsniveau entsprechen. Sätze von über 13 Prozent p.a. müssen nicht sein.

Guthabenzinsen. Andererseits sollte es das Kreditinstitut honorieren, wenn regelmäßig ein kleines oder großes Guthaben auf dem Girokonto steht - immerhin kann die Bank mit dem Geld arbeiten und daran verdienen. Zumindest aber sollte es möglich sein, einen Guthaben-Betrag auf dem Girokonto unkompliziert in eine gut verzinste Sparanlage umzuschichten. Denn: Entgangene Guthaben-Zinsen sind wie eine Gebühr.

Auf die Gebührenfallen hatte das kritische ZDF-Magazin WiSo in der Sendung vom 26. März hingewiesen. Als vorbildlich in der Kategorie der empfehlenswerten fünf Banken wurden dabei die PSD Banken gelistet.
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