Was ist bei einer Kontokündigung zu beachten?

FAQ bei Girokonto

Die Kontoverbindung beruht auf einer vertraglichen Beziehung zwischen Kreditinstitut und Kunde. Dieses Vertragsverhältnis kann durch Zeitablauf oder Kündigung enden.

Der Vertrag endet jedoch nicht mit dem Tod des Kontoinhabers. In diesem Fall treten vielmehr die Erben die sog. Gesamtrechtsnachfolge des Kontoinhabers ein. D.h. die Erben übernehmen alle Rechte und Pflichten sowie alle Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem Kontovertrag.

Ein Ende durch Zeitablauf setzt voraus, dass die Vertragspartner eine Frist oder einen Termin vereinbaren, zu dem der Vertrag "automatisch" endet.

Ist der Vertrag auf unbestimmte Zeit geschlossen, steht beiden Seiten ein Kündigungsrecht zu, das jedoch vertraglich beschränkt werden kann. So können z.B. Mindestlaufzeiten vereinbart werden, während derer die Kündigung ausgeschlossen ist. Denkbar ist die Kündigung der gesamten Geschäftsverbindung oder die Kündigung einzelner Konten.

Girokonten und Depots können in der Regel jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sehen allerdings vor, dass das Kreditinstitut hierbei eine angemessene Frist (ca. 4 - 6 Wochen) bis zur Kontoschließung setzen und die "berechtigten Interessen" des Kunden berücksichtigen sollte. Eine Kündigung "aus wichtigem Grund" kann jedoch auch seitens des Kreditinstituts ggf. fristlos erfolgen. Ein "wichtiger Grund" kann z.B. vorliegen, wenn der Kunde vorsätzlich falsche Angaben über seine wirtschaftlichen Verhältnisse gemacht hat, die Kontoverbindung zu rechtswidrigen Zwecken nutzt, eine erhebliche Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Verhältnisse eintritt oder ähnliches.

Mit Wirksamkeit der Vertragsauflösung (durch Zeitablauf oder Kündigung) werden die Verbindlichkeiten des jeweiligen Vertragspartners sofort fällig. D.h. Soll-Salden sind vom Kontoinhaber auszugleichen und das Kreditinstitut muss Guthabenbeträge auszahlen. Wird ein Depot bei einer Bank vollständig aufgelöst und der Bestand zu einem anderen Institut übertragen, darf die ursprüngliche Bank nach Auffassung der Verbraucherverbände und mehrerer Ombudsleute für die Übertragung keine eigenen Gebühren berechnen, sondern lediglich Fremdgebühren weiterbelasten, die ihr selbst - z.B. von zwischengeschalteten Stellen - in Rechnung gestellt worden sind.

Finanzenchannel.de
Finanzen | Kredit | Versicherungsvergleich